Andrea Sommer-Mathis: Ergänzungsband 11. Die Tänzer am Wiener Hofe im Spiegel der Obersthofmeisteramtsakten und Hofparteienprotokolle bis 1740 (1992)

Die Tänzer am Wiener Hofe OMeA Prot. 6 föl. 704rv (1707 Oktober 11, Bescheid): Aufnahme als Tanzmeister für die beiden bayrischen Prinzen. Er erhält auf Dauer des Unterrichts jährlich 600 Gulden, „welche, weilen ihme Le Comte von der Kay. Ad­ministration in Bayern bezahlt werden solle, alß wolle eine löbl. Hoff=Cammer dahin, zu diesem End die fernere Intimation thun“. Johann Ferdinand Le Comte scheint nur in diesem einen Dokument auf, dürfte daher nur für die Dauer des Aufenthalts der bayrischen Prinzen am Wiener Hof beschäftigt gewesen sein und zwar wahrscheinlich aus­schließlich in seiner Funktion als Tanzmeister der beiden, nicht jedoch als Tänzer in den Hofballetten. Alexander (auch Alessandro) Andreas (d e69) P h i 1 (1) e b o i s (d. Ä., 1677 - 4. Juni 1744; Vater der Hoftänzer Carl, Alexander d. J. und Franz Anton Philebois); Hoftänzer (ab 1710), Hoftanzmeister und erster Ballett­komponist (ab 1733) OMeA Prot. 7 fol. 84r (1710 Dezember 22, Bescheid): Alexander Philebois wird gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn70) ab 1. April 1710 mit einer Besoldung von 3000 Gulden für alle drei als Hoftänzer aufgenommen. OMeA Prot. 7 fol. 334r (1712 Oktober 24, Beilage zu Referat betr. Wieder­aufnahme des nach dem Tod Kaiser Josefs I. entlassenen Theater­personals: Liste der Hoftänzer): Alexander Philebois ist seit 1. April 1703 mit 3000 Gulden jährlicher Besoldung für sich, seine Frau und seinen Sohn als Hoftänzer tätig. OMeA 13 fol. 444v und OMeA Prot. 7 fol. 436v (1713 Januar 26, Kaiserli­ches Dekret betr. Wiederaufnahme der Hoftänzer in den Hofstaat Kaiser Karls VI.): Wiederaufnahme von Alexander Philebois mit Frau und Sohn als Hoftänzer rückwir­kend ab 1. Oktober 1711 mit 1500 Gulden jährlicher Besoldung ohne Abzug des ersten Quartals. OMeA 15 fol. 171r und OMeA Prot. 8 fol. 336v - 337r (1715 März 11, Re­ferat ohne Resolution): Bittgesuch um Anhebung der jährlichen Besoldung von 1500 Gulden, die Alexander Philebois von Kaiser Karl VI. bei seiner Wiederaufnahme in Hofdienste gewährt wurde, auf das Gehalt von 3000 Gulden, das er unter Kaiser Josef I. gehabt hatte, „da Er sich 69) Kaiser Karl VI. verlieh ihm ein Ehrendekret, nach dem er sich Alexander d e Phi­lebois nennen durfte, vgl. Riki Raab Grabstätten von Ballettmitgliedern des Kärntner­tortheaters, der k. k. Hofoper und der Staatsoper Wien in Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien 28 (1972) 173-229. 70) Carl Philebois. 59

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