Andrea Sommer-Mathis: Ergänzungsband 11. Die Tänzer am Wiener Hofe im Spiegel der Obersthofmeisteramtsakten und Hofparteienprotokolle bis 1740 (1992)

Andrea Sommer-Mathis OMeA 7 fol. 142v, OMeA 7 fol. 146v und OMeA Prot. 4 fol. 51v (1687 Januar 8, Referat mit Resolution); OMeA Prot. 4 fol. 52r (1687 Juli 1, Bescheid): Bittgesuch um eine höhere Besoldung, weil er „wegen seiner bekandten armuth“ un­möglich mit den bisherigen 360 Gulden im Jahr auskommen könne. Der Obersthofmeister bestätigt dies; der verstorbene Hofmusikdirektor Peter Emst Graf Mollard habe empfohlen, Claudius Appelshofer mit 45 Gulden monatlich, d. h. also um 5 Gulden weniger als Francesco Torti, einzustufen. Placet des Kaisers. Claudius Appelshofer wird als wirklicher Hoftänzer mit 45 Gulden monatlichem Gehalt rückwirkend ab 1. Juli 1686 aufgenommen. OMeA Prot. 4 fol. 240v - 24lr (1690 August 17, Bescheid): Claudius Appelshofer wird eine Besoldungsverbesserung von jährlich 160 Gulden ge­währt. OMeA 10 fol. 343r (1695 ?, Liste der Personen, die die Kopfsteuer schul­dig geblieben waren): Claudius Appelshofer von 700 Gulden jährlicher Besoldung ..............................70 Gulden für einen Diener mit 15 Gulden jährlichem Lohn...............................45 Kreuzer Su mme....................................................................................70 Gulden 45 Kreuzer OMeA 10 fol. 349r - 556v, OMeA 10 fol. 291 r - 297v (Entwurf) und OMeA Prot. 5 fol. 450v - 454r (1695 Oktober 25, Referat mit Resolution); OMeA Prot. 5 fol. 455r (1695 Dezember 1, Bescheid): Bittgesuch um Aufnahme als Tanzmeistersgehilfe bei gleichzeitiger Besoldungsverbes­serung an Stelle des Francesco Torti, der sich um den Posten des verstorbenen Hof­tanzmeisters Domenico Ventura beworben hatte, sowie Bitte, „daß er zugleich für Ihro Römi: Königle. Maytt:47) auffgenohmen vnd dorthen auch seine dienst verrichten kön­ne, allegirt daß er auf Ewer Kay: Maytt: vnkosten die Tanzkunst erlehmet, vnd Biß dato Hoffentlich Saüsfaction gegeben Habe“; er diene seit 1686 mit 700 Gulden jährlicher Besoldung. Der Obersthofmeister meint, sollte der Kaiser Torti als Tanzmeister aufnehmen, Clau­dius Appelshofer die kaiserlichen Kinder und Andreas Riegler die Edelknaben unter­richten, so könnten sich alle mit jeweils 200 Gulden Gehaltserhöhung zufriedengeben. Wollte der Kaiser Torti hingegen die 1200 Gulden des Domenico Ventura gewähren, so würde Appelshofer sicher das bisherige Gehalt des Torti von 800 Gulden zu wenig sein, weil er jetzt schon 700 Gulden beziehe und danach nur 100 Gulden mehr bekäme, „da er doch durch Lehrnung der Herrschafft viele seiner Scholam wirdt verliehren müeßen, vnd wurde ihme fast nit weniger respectu des Torti, alß 1000 fl. außzuwerffen sein“. Leopold I. folgt dieser Argumentation und nimmt Claudius Appelshofer als Tanzmei­stersgehilfen mit 1000 Gulden Besoldung auf. 47) Josef I., der 1690 zum Römischen König gekrönt worden war. 34

Next

/
Oldalképek
Tartalom