Ernst D. Petritsch: Ergänzungsband 10/1. Regesten der osmanischen Dokumente im Österreichischen Staatsarchiv. Band 1: 1480-1574 (1991)
Regesten
Regesten der osmanischen Dokumente im Österreichischen Staatsarchiv 85 Teilt mit, daß die Siebenbürger gebeten hätten, ihren Sohn Johann Sigismund wieder als Fürsten einzusetzen. Bekräftigt dessen Herrschaftsansprüche mit der Begründung, auch König Johann Zápolya sei ein treuer und gehorsamer Diener der Pforte gewesen. Verspricht Isabella, ihr wieder zu ihrem Erbgut zu verhelfen. Dt. Übers, (ö): Turcica 9 Konv. 5 (1552 VII—XII) fol. 93f. Die zeitlich richtige Einordnung dieses Schreibens ist wegen der fragwürdigen Datierung schwer möglich. Im Dezember 1553 hielt sich Süleymän jedenfalls nicht in Konstantinopel auf. - Vgl. auch die Befehle Süleymäns nn. 234 und 237. 205 1552 Dezember 18-27, Konstantinopel 960 muharrem 1-10, Kostantiniye Süleymän I. an die Magyaren, Sachsen und Szekler Siebenbürgens Beantwortet ein durch 'Ali £avu§ überbrachtes Schreiben, worin die Siebenbürger mitgeteilt hatten, daß sie wieder in Frieden leben, die österreichischen Truppen vertreiben und einen Wojwoden einsetzen wollten, und erklärt, ihnen auf Grund ihrer demütigen Bitten ihre frühere Unbotmäßigkeit verzeihen zu wollen. Befiehlt, die fremden Soldaten bis auf den letzten Mann aus dem Lande zu jagen, einen tüchtigen Wojwoden zu wählen und dessen Wahl gemeinsam mit der Tributsendung zu melden, damit ihm als Rangzeichen ein sancak (Banner) verliehen werde. Osman.-türk. Orig. (Fermän 54,5 x 21,5 cm, Tinte und Tugra mit Goldstaub, Invocatio fehlt, Adresse auf der Rückseite viläyet-i Erdeide macär ve säs ve sikület tä'ifelerinin a'yäm ve ulusi kigisine), lat. Übers, (t, 73,5 x 23 cm, s.d., s.l., Tinte mit Goldstaub, dieselbe Adresse auf der Rückseite): U; dt. Übers, (ö): Turcica 9 Konv. 5 (1552 VII-XII) fol. 95f. - Druck: Schaendlinger Schreiben Süleymäns 2 39—41 n. 24 (Faks., Transkr., mod. dt. Übers.). - Reg.: Hammer Geschichte 9 371 n. 451 (unter dem Datum 1552 Dezember 18). 206 1552 Dezember 22, Buda (960) muharrem 5, BudUn Beylerbeyi 'Ali Pascha von Büdin an (Ferdinand I.) Meldet die Ankunft von Briefen an Süleymän und Großwesir Rüstern Pascha, verlangt vor Weiterleitung der versiegelten Schreiben jedoch Aufklärung über deren Inhalt, um Ferdinands Begehren mit Hilfe seines großen Einflusses an der Pforte unterstützen zu können. Rät zum Abzug des Heeres aus Siebenbürgen und droht, 100.000 yaya (Infanteristen) stünden bereit, um Egri (Erlau), Tätä, Sigedvär und Kaposvár zu erobern. Verlangt die Einstellung aller Überfälle und Streifzüge, nicht nur zum Wohle der Grenzbevölkerung, sondern auch um die Osmanen nicht zu Gegenschlägen zu nötigen. Osman.-türk. Orig, (hüve, Siegelabdruck auf der Rückseite, Papierwachssiegel abgefallen), dt. Übers, (ö): Turcica 9 Konv. 5 (1552 VII-XII) fol. 97-99; lat. Orig. (dat. 20. decembris, Papierwachssiegel): Hungarica 69 Konv. 2 (1553 II) fol. 135f (Beilage zum Bericht Pallavicinis von 1553 Februar 21).