Friedrich Würthle: Ergänzungsband 9. Dokumente zum Sarajevoprozeß. Ein Quellenbericht (1978)

Der Revisionsprozeß

94 Weshalb der Angeklagte Dimitrijevic auf den Gebrauch seines Rapports ver­zichtete — er nahm seinen Inhalt nicht zurück - versucht Neskovic (282) zu erklären: .Über seine Motive wurde in der Öffentlichkeit viel herumgerätselt, einigermaßen ge­klärt wurden sie erst im Belgrader Wiederaufnahmeverfahren, und zwar, als man dort die Tätigkeit der Prozeß-Initiatoren hinter den Kulissen aufdeckte. Es erwies sich, daß diese auf die Angeklagten, insbesondere auf Oberst Dimitrijevic, auf Major Vulovic, Rade Malobabic und Mehmedbasic einwirkten, über ihre Tätigkeit jenseits der Gren­zen und über ihre Auslandsaktionen nicht zu sprechen, indem sie an ihre Heimathebe und ihr patriotisches Gewissen appellierten.' Dimitrijevic auf die Frage des Gerichtes, er verzichte auf seine Absicht, die Aussagen, die er in diesem Rapport in der Angelegenheit des versuchten Attentats auf seine kö­nigliche Hoheit [Regent Alexander] am 29. August [irriges Datum!] gemacht habe, zu seiner Verteidigung zu verwenden'. Neskovic 282 bringt den Vermerk (Faksimile) zu ZI. 1249 von 1917 April 25, dem zu entnehmen ist, der vertrauliche Rapport des Ober­sten Dimitrijevic ,sei für historische Zwecke' zu verwahren.

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