Fritz Reinöhl: Ergänzungsband 7. Geschichte der k.u.k. Kabinettskanzlei (1963)

VII. Kurzbiographien der Leiter der Kabinette, der Kabinettsdirektoren und der Sektionschefs - 1. Die Leiter der Kabinette und die Kabinettsdirektoren

351 Gehaltszulage von 200 fl. 10°). Am 18. März 1834 wurde ihm der Titel eines geheimen Kabinettssekretärs verliehen und ihm bei Beibehalt der erwähnten Personalzulage ein jährlicher Gehalt von 2000 fl. bewilligt101). 1836 rückte er in die frei gewordene Registratorstelle ein bei Beibehal­tung des Titels eines geheimen Kabinettssekretärs mit einem Gehalt von 3000 fl. und 400 fl. Quartiergeld jährlich102). Nach der Ernennung Pa- schingers zum Hofrat und Kabinettsdirektor rückte Zebay mit 6. Mai 1839 in die freigewordene Stelle eines wirklichen geheimen Kabinettssekretärs ein, mit welcher ein Jahresgehalt von 4000 fl. und 600 fl. C. M. Quartier­geld verbunden war 103). Als der Tod Paschinger dem Kabinett entriß, verlieh Kaiser Ferdinand am 23. August 1843 die erledigte Hofrats- und Kabinettsdirektorsstelle Zebay 104). Drei Tage später bewilligte er ihm die Bezüge seines Vorgängers: d. i. jährlich 4000 fl. Gehalt und Quartiergeld jährlich 600 fl. C. M.105). Die Revolution des Jahres 1848 setzte seiner Tätigkeit ein Ende; am 31. August jenes Jahres wurde er mit vollen Bezügen in den Ruhestand versetzt106). Am 14. Mai des folgenden Jah­res ist er in Wien im fünfundsiebzigsten Lebensjahre gestorben106a). Joseph (seit 12. 12. 1856 Ritter von) Pipitz. Pipitz, ein ge­bürtiger Klagenfurter, erwarb 1821 das juridische Doktorat und trat am 27. Juli 1821 als Konzeptspraktikant bei der Hofkammerprokuratur ein, wo er 1823 die Befähigung zur Ausübung des Zivilrichteramtes erbrachte. Am 31. Oktober 1823 wurde er zum Professor der politischen Wissen­schaften, der politischen Gesetzeskunde und der diplomatischen Staaten­geschichte an der Theresianischen Ritterakademie in Wien ernannt. Nach vier einhalb jährigem Wirken an dieser Schule wurde er am 18. Mai 1828 als Offizial in den Staatsrat berufen. 1832 schied er, der ausschließlich im Büro des Staats- und Konferenzministers Grafen Kolowrat verwendet wurde, aus dem Staatsrat wieder aus; am 1. April 1832 wurde er zum Hofsekretär bei der allgemeinen Hofkammer ernannt, aber erst am 9. Juli jenes Jahres wurde er seines Dienstes bei Kolowrat enthoben. Zwei Jahre später, am 7. Mai 1834, wurde er auf Bitte Kolowrats wieder dessen Ministerialbüro zur Aushilfe zugewiesen. In dieser Verwendung blieb er auch, als er am 26. Dezember 1836 den Titel und Charakter eines nieder­österreichischen Regierungsrates im Status der allgemeinen Hofkammer erhielt und ihm am 15. August des folgenden Jahres die Gebühren eines wo) OMeA. ZI. 829r 5-4/1824. i«) OMeA. ZI. 678/r 128-5/1836. i»2) Handschreiben an Colloredo 25. 2. 1836 OMeA ZI. 130/r 3a/1836 und Meldung Paschingers über Zebays Vereidigung ebenda r 130/3 b. Zebays Per­sonalzulage von 200 fl. wurde eingestellt. 103) OMeA. ZI. 1302, 1316/r 130-11/1839. 104) B 563 s Sep-Bill. Prot. io«) OMeA. ZI. 2504/r 130-14/1/1843. io») Sep. Prot. ZI. 1780. loea) wiener Zeitung Nr. 120 vom 20. 5. 1849, S. 1430.

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