W. Wagner: Ergänzungsband 6. Die obersten Behörden der k.u.k. Kriegsmarine 1856-1918 (1961)

10. Der Weltkrieg

105 Abteilung des Marinetechnischen Komitées. Dadurch komme dann das mili­tärisch-maritime Element wieder stärker zur Geltung. Als Agenden für diese Neugründung kämen in Betracht : Schutznetze, U-Bootssperren, Bomben­netze, Distanzmesser, Periskope und Optik im allgemeinen, Unterwasser- Schallanlagen, Befehlsübermittlungs- und Verständigungsmittel, Vertäuungen, Tauchwesen etc. Weiter bezeichnete Wickerhauser die Nominierung eines Stellvertreters des Vorstandes der II. Geschäftsgruppe als erwünscht, damit sich der Vorstand selbst mehr mit den wichtigen militärisch-technischen und budgetären Fragen beschäftigen und mit den Etablissements und Firmen mehr Kontakt aufnehmen könne. Zunächst sei es durchaus möglich, daß dieser Stellvertreter mit dem Vorstand der 4. Abteilung identisch ist. Der Vorstand der II. Geschäftsgruppe stimmte am 29. Mai den Darle­gungen Wickerhausers vollinhaltlich zu. Gegen die Ein wände Njegovans spreche auch der Umstand, daß prinzipielle Fragen ohnedies kommissionell unter dem Präsidium eines Flaggenoffizieres und mit Beiziehung der Vorstände der Präsidial- und Operationskanzlei beraten werden. Njegovan verfügte nun am 17. Juni, es habe alles so zu bleiben, wie es jetzt sei u). Damit hatte sich also der Standpunkt der Marinesektion durchgesetzt und am 24. Oktober wurde sogar der Posten eines Stellvertreters des Vorstandes der II. Geschäfts­gruppe besetzt12). In einer ziemlich lockeren Verbindung mit der Präsidialkanzlei wurde Kontreadmiral Barry über Anregung des Amtes für Volksernährung und des Armeeoberkommandos im März 1917 mit der Militarisierung und Förderung der Seefischerei betraut. Er stand in direkter Korrespondenz mit den Zentral­stellen der österreichischen und ungarischen Regierung sowie anderen Behörden und mußte nur bei Maßnahmen, welche Verfügungen der Marinesektion oder des Flottenkommandos erforderten, deren Zustimmung einholen. Der ständige Amtssitz Barrys war Wien, doch konnte er erforderlichenfalls seinen Aufent­halt wechseln. Ab September gewann diese „Fischerei-Abteilung“ der Präsi­dialkanzlei festere Gestalt mit eigener Registratur 13). Viel grundlegendere organisatorische Fragen berührte der dem Flaggen­stab Njegovans zugeteilte Linienschiffsleutnant Slocovich in zwei Referaten über Standeserhöhungen, die er am 15. November 1915 und am 1. Mai 1917 verfaßte 14). In ersterem, das zwar von Admiral Haus genehmigt aber nicht dem Kaiser vorgelegt wurde, erklärte Slocovich, die derzeitigen Verhältnisse seien in Anbetracht anderer in Erledigung begriffener staatsrechtlicher Fragen, wie Ausgleich, Wappen-, Flaggen- und Fahnenfrage, für die Schaffung eines Marineministeriums günstig; personalmäßig würden dadurch außer der Um­wandlung einiger Stabsoffiziers- in Flaggenoffiziersposten kaum Mehrauslagen erwachsen. Nur sei er der Ansicht, daß man die unökonomische Aufteilung eines Ressorts unter zwei Abteilungen, die Belastung der Präsidial- und Operationskanzlei mit Personalangelegenheiten und diejenige der I. Geschäfts­gruppe mit dem Montur- und Proviantwesen beseitigen müsse. Sämtliche Personalia wären in der I. Geschäftsgruppe zu vereinigen, das Monturs- und

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