Walter Goldinger: Ergänzungsband 5. Geschichte des Österreichischen Archivwesens (1957)

Schatzgewölbe und Kanzleiarchive

Schatzgewölbe und Kanzleiarchive 25 Staats archivum domus augustae hingewiesen 145 146 *) Wenn nun einer dieser Männer, Wilhelm von Schröder, seine Lehren in einem Werke Fürstliche Schatz- und Rentkammer niedergelegt hat148), so darf man dieser Gedan­kenwelt auch Einfluß bei der Gründung des neuen Hausarchivs beimessen. Mußte für den werdenden aufgeklärten Absolutismus nicht naheliegen, den alten, aus dem Mittelalter überkommenen Hausschatz und was einstens dazugehörte, mit jenen Maßnahmen und Einrichtungen zu verknüpfen, die von Lehrern der Staatswissenschaft nunmehr zur Erhöhung der Fürsten­macht und Förderung der Wohlfahrt des Landes empfohlen wurden? Ein Vergleich mit den Herrschaftsarchiven, besonders den geistlichen, drängt sich auf. Wie man dort die Schatzarchive und die äußeren Archive, die Prälaten- und die Hofrichterarchive, unterscheiden kann, so auch im ganzen Staat. Das alte Schatzgewölbe steht neben jenen Einrichtungen, die sich an die großen Zentralstellen, die Kanzleien und Ratskollegien, als Registraturen anschließen und in ihren älteren Teilen in der Regel auch als Archive bezeichnet wurden. So erhält der Versuch, den ersten Hauptabschnitt der österreichischen Archivgeschichte, der bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts reicht, unter das Begriffspaar Schatzgewölbe und Kanzleiarchive zu stellen, Sinn und Bedeu­tung. 145) Fischei, Christian Julius von Schierendorff, ein Vorläufer des libe­ralen Zentralismus unter Josef I. und Karl VI. Studien zur österreichischen Reichsgeschichte, 1906, 247 ff. 146) H. v. Srbik, Wilhelm von Schröder. Ein Beitrag zur Geschichte der Staatswissenschaften. Sitzungsberichte d. Wiener Akademie, phil.-hist. Kl. 164, 1910, 1. Abh.

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