Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/2. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1951)
V. Rechts-, Verfassungs- und Wirtschaftsgeschichte - 53. Josef Karl Homma (Eisenstadt): Die Wüstungen des nördlichen Burgenlandes
76 Hómmá, zu räumben ohn Zins den Oggawern vergeben wurden, die sie zu Wiesen gemacht haben.“ Das gleiche Urbar von 1675 erwähnt unter Schützen die Herrschaftswiese „bey den Prickhl“, bei 15 Tagwerk, die nunmehr „Margarethen Wiese“ genannt wird. Anschließend befinden sich noch je eine Hofwiese von 15 Tagwerk, die von den Donnerskirchnern, Oggauern und Purbachern bearbeitet werden müssen x). Die Lage des Dörfchens ist mit diesen Angaben angedeutet. Es befand sich an der steinernen Brücke der Wulka in der Nähe des heutigen Seehofes zwischen Schützen—Oggau— Donnerskirchen. Rovo (Rav[o], Roj, Rov): Im Jahre 1355 verbietet Magister Potheu de Kolon (Besitzer von Pirichendorff?) vor dem Kapitel von Neutra, daß die Söhne Michael, Wynchlo und Ladislaus des Nicolaus de Roy und Johann und Stephan, die Söhne des Detritus, ihre Besitzanteile in Roy, Tothchakan (Donnerskirchen), Zenthpeterteleke (?) und Zaka (Oggau) an Beled von Heulen (Großhöflein) verkaufen * 2). 1375 lädt der Landrichter Jacob de Scepus durch das Preßburger Domkapitel Trochmann de Zazlop (Oslip), der auf den Besitzungen des Johann, Sohnes des Detritus de Rov, und Petheu de Kolon in Rov, Pirichendorff und Edemeuch Verwüstungen angerichtet, zum drittenmal vor 3). 1382 ordnet König Sigismund beim Konvent von Martinsberg die Eintragung Nikolaus de Kanizsais in den Besitz der Burg und des Dorfes Row an, da die früheren Besitzer von ihm abgefallen waren 4). 1393 übergibt Graf Thomas von St. Georgen auch die Besitzungen Pirichendorf und Zaka (Oggau) an die Kanizsai, die dieser vorher an Ladislaus de Roy und Herrn von Zeek in Pfand gegeben hatte 5). Rowo befindet sich unter den Besitzungen, die König Sigismund 1409 dem Erzbischof Johann von Kanizsai und dessen Geschwistern mündlich bestätigt 6). Die neuen Besitzer schenken 1420 dem Franziskanerkloster zum hl. Johannes Evangelisten in Eisenstadt Besitzungen in St. Georgen, Großhöflein, Rowo, Antau, Wulkaprodersdorf und das praedium Magyartelek (Ungarisch Hof) 7). Weitere Einkünfte aus dem Besitz Rowo werden dem gleichen Franziskanerkloster auch in einer Urkunde des Jahres 1426 zugesichert 8). Letztmalig erfahren wir von Rowo im Jahre 1457. Emmerich, Sohn des Johann, und Nikolaus, Sohn des Ladislaus de Kanizsai, geben die Besitzungen Rawo, Pordan (Wulkaprodersdorf), Chaky (Donnerskirchen) Zarkwalla (Oggau ?), Bwdeskuth (Stinkenbrunn), Milchdorf (Müllen- dorf) als Zubehör der Burg Zarkow (Hornstein) mit allem Nutzungsrecht dem Georg Podon- dorfar de Ebenswerth (Pottendorfer v. Ebenfurth) und dessen Erben um 400 fl. rein ungarischen Geldes gegen Rückkaufsrecht in Pfand 9). Burg und Ort Rowo scheinen demnach ein Opfer der Grenzkämpfe im ausgehenden 15. Jahrhundert geworden zu sein. Übereinstimmend wird angenommen, daß sich die Siedlung Rawo zwischen Neusiedler See und Leitha befunden hat, über die genaue Lage der Burg und des Dorfes Rawo innerhalb dieses Gebietes gehen die Meinungen auseinander. Zusammenfassend bringt K. Semmelweis in den burgenländischen Heimatblättern 10) die verschiedenen Vermutungen über die Lage der Burg Roy. Erwähnt sei nur der nördlichste Punkt des Rüster Hügellandes, der Friedhof von Leithaprodersdorf, die Umgebung von Stotzing-Au u). b Urbar-Auszug der Herrschaft Eisenstadt 1675, Bgld. Landesarchiv, B/I-6. 2) Nagy, I., Nr. 187, S. 245. 3) Nagy, I., Nr. 290, S. 412. Vgl. oben unter Pirichendorf-Zeek. 4) Nagy, I., Nr. 347, S. 495. 5) Nagy, I., Nr. 359, S. 514. 6) Nagy, I., Nr. 410, S. 586. 7) Nagy, II., Nr. 39, S. 55. 8) Házy, 1/2, Nr. 376, S. 324. fl) Nagy, II., Nr. 237, S. 396. 10) Das Rätsel um die Burg Roy, Bgld. Hbl., 9. Jg., Heft 3. u) Vgl. Stessel, Százádok, 1897; Mohi Adolf, Százádok, 1903; Maár Karl, Soproni Szemle, 1/3—4; Harmuth, Bgld. Lehrerblatt 1936/37 und Orts- und Flurnamen im Bezirk Eisenstadt, S. 59 ff. und Bgld. Heimatsblatt, VII/1, S. 23; Zimmermann, Burg Rau-Dorf Au, in: Die Fähre, Jg. 1947, S. 14 setzt Rowo mit Au in NÖ. gleich.