Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/2. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1951)
IX. Nachträge - 82. Thea Oschinsky (Liverpool): Südtiroler Urkunden im Britischen Museum
529 Südtiroler Urkunden im Britischen Museum. Von Thea Oschinsky (Liverpool). Die im folgenden veröffentlichten Urkunden werden im Katalog des Britischen Museums in London als Additional Charters 16300—16316 und Additional Charters 18102—18105 geführt. Das Schicksal dieser 21 Tiroler Urkunden von dem Zeitpunkt ihrer Entfremdung vom Heimatarchiv bis zu dem Augenblick, da sie von dem Britischen Museum aus Privathand käuflich erworben wurden, ist nicht bekannt. Die Urkunden stellen weder zeitlich noch inhaltlich eine Einheit dar, wenn wir von dem Umstand absehen, daß sie, mit einer Ausnahme 1), auf Südtiroler Boden beheimatet sind. Sie erstrecken sich zeitlich über fünf Jahrhunderte, die älteste Urkunde trägt das Datum 1237 2), die jüngste 1768 3), die Mehrzahl der Urkunden wurde im 14. Jahrhundert verfaßt 4), vier stammen aus dem 13. 5) und fünf aus dem 15. Jahrhundert6). Die Urkundensprache der ältesten vier Urkunden ist latéin, die frühesten Urkunden in deutscher Sprache sind zwei Urkunden des Domkapitels von Brixen von 1309 und 1313 7). Fünf Urkunden sind auf Veranlassung oder für das Domkapitel von Brixen ausgestellt worden 8), vier Urkunden behandeln Transaktionen der Deutschordenshäuser zu Sterzing und Lengmoos 9). Die geistlichen und weltlichen Interessen der St. Jakobskirche in Gröden sind der Inhalt von drei Urkunden 10), Kloster Neustift11), Kloster Stams 12), das Stift in der Au bei Bozen 13), das Stift zu der verschlossenen Pforte in Bozen 14) und die Bozner Weberzunft15) erscheinen als Urheber oder Empfänger von je einer Urkunde. Die restlichen vier Urkunden behandeln Abkommen zwischen Einzelpersonen 16). Inhaltlich fügen sich die Urkunden in das allgemein bekannte Bild. Die Zeit der Traditionen von Land an geistliche Institutionen ist vorüber, nur die zwei ältesten Urkunden behandeln Schenkungen an das Domkapitel17) und in zwei weiteren Urkunden werden dem Zisterzienserkloster in Stams und dem Kloster Neustift Güter und Renten in Ausführung eines Testaments übergeben 18). Die Mehrzahl der Urkunden geistlicher Institutionen handeln von Leihen 19) und Kauf20) von Gütern und Renten. Zwei Urkunden haben die b Urk. n. 9 gehört nach Nordtirol. 2) Siehe Urk. n. 1. 3) Siehe Urk. n. 14. 4) Siehe Urk. n. 5—9, 11—14, 18. 5) Siehe Urk. n. 1—4. 6) Siehe Urk. n. 10, 15, 19, 20, 21. 7) Siehe Urk. n. 3, 4, 5. 8) Siehe Urk. n. 1, 2, 5, 6, 15. 9) Siehe Urk. n. 7, 8, 11, 13. 10) Siehe Urk. n. 3, 10, 19. u) Siehe Urk. n. 4. 12) Siehe Urk. n. 9. 13) Siehe Urk. n. 12. 14) Siehe Urk. n. 17. 15) Siehe Urk. n. 16. 18) Siehe Urk. n. 14, 18, 20, 21. 17) Siehe Urk. n. 1, 2. 18) Siehe Urk. n. 9, 11. 19) Siehe Urk. n. 4—6, 15, 17, 19. 20) Siehe Urk. n. 7, 8. 34 Festschrift, II. Band.