Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/2. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1951)

IX. Nachträge - 82. Thea Oschinsky (Liverpool): Südtiroler Urkunden im Britischen Museum

530 Oschinsky, Bestätigung von Privilegien und Rechten durch den Landesherrn zum Inhalt, und zwar wurde eine dieser Urkunden von Herzog Leopold von Österreich für das Kloster in der Au bei Bozen und die andere von König Ferdinand für die Bozner Weberzunft 2) ausgestellt. Zur Edition ist zu bemerken, daß u und v in der heute üblichen Weise gegeben wurden, die mittelalterliche Form der Worttrennung und die Anwendung von übergeschriebenen Buchstaben ist jedoch beibehalten worden. In den lateinischen Urkunden ist die zeitweilig recht fehlerhafte Schreibung beibehalten und durch Ausrufungszeichen im Text gekenn­zeichnet worden. Soweit die Ortsnamen identifiziert werden konnten, ist der moderne Name im Regest in unterschiedlicher Type gegeben 3). Von einem Orts- und Namen-Register wurde bei der geringen Zahl der behandelten Urkunden abgesehen. Die Reihung der Ur­kunden erfolgte nach den Signaturen des Britischen Museums. Sofern Anmerkungen zu den einzelnen Urkunden erforderlich schienen und — bei der begrenzten Literatur, die hier in England erhältlich war — möglich waren, sind diese in Fußnoten im Urkundenteil gegeben worden. 1. 1237 SEPTEMBER 28, o. 0. Heinrich von Brixen, Sohn der Ofemie, übergibt dem Domkapitel den Ertrag von seinen Höfen Valgeneun (bei Mauls) in Pausce, 2 Urnen Wein von dem Hof in Senges, 12 den. von seinem Haus und 5 Gelten von dem Zehnten in Tötschling (südwestlich Brixen) 4). Perg. (19y2b X 17 h). — Signatur: Add. Ch. 16300. Die Urkunde ist am linken Rand teilweise zerstört. In dorso: Quomodo dominusHeinricus de Brixinensi donavit capitulo curiam suam in Valkneit, curiam apud Pausce et curiam in Senges. (Hd. des 16. Jahrhunderts.) [In nomine domi]ni amen. Notum sit universis Christi fidelibus tam presentibus quam futuris, quod dominus Heinricus Brixinensis filius quondam [domine] Ofemie pro remedio anime sue ac parentum suorum nec non et in reconpensationem recentorum curtem suam [apud] Valkenie aliamque apud Pausce usui dominorum canonicorum hoc pacto contulit, ut annuatim in die sancte Katerine de ipsis vel ab eo vel a suis heredibus, si quos habuerit, dictis canonicis deinceps plenarie serviatur; [d]edit eis et aliam curtem in Senges, ut eciam ipsis canonicis annuatim de ipsa urna vini media in an[ni]versario die patris et media in anniversario die matris eiusdem tempore vite sue persolvatur. Post mortem [ ........] e ius heres qui superstes sibi fuerit plenarie, ut prememoratum est, serviet de curtibus supradictis, sed de [cur]te in Senges iuxta institutionem patris dicti Heinrici integram solvet oblationem. De domo eciam sua con[stit]utum est, ut in vita sua pensionem antiquam XII den. scilicet persolvere debeat annuatim, post mortem autem ipsius heres suus I lib. q Siehe Urk. n. 12. 2) Siehe Urk. n. 16. 3) Zur Identifizierung der Ortsnamen wurden hauptsächlich die folgenden Werke benützt: Redlich Oswald, Die Traditions-Bücher des Hochstifts Brixen. (Acta Tirolensia, Bd. 1.) — Santifaller Leo, Die Urkunden der Brixner Hochstifts-Archive Bd. 1, 845—1295. (Sehlem-Schriften, Bd. 15.) — Derselbe, Die Urkunden des Rodenegg Archivs 1288—1340. (Sehlem-Schriften, 21.) Innsbruck 1933. — Derselbe, Regesten des Kirchenarchivs Kastelrut 1295—1570. (Sehlem-Schriften, 2.) Innsbruck 1923. — Tarneller Josef, Die Hofnamen im Untern Eisacktal. II. Die alten Gerichte Kastelrut und Gufidaun. Wien 1921. 4) Siehe Redlich Oswald, Traditionsbücher des Hochstifts Brixen (Acta Tirolensia Bd. 1) S. 199 n. 554: „1224 bis 1235 Heinrich der Brixner schenkt dem Domkapitel einen Hof zu Valgeneun bei Mauls". Siehe Santifaller Leo, Calendarium Wintheri (Archivio per VAlto Adige XVIII), p. 221: Dominus Heinricus Brixinensis qui dedit nobis tres curias unam apud Walkenie, aliam in Senges, terciam in Pausche ad serviendum dominis plenarie in die sancte Katherine et ad dandas duas urnas pro remedio patris et matris sue, item curiam apud Sumereke ad tres galetas olei ad luminaria sancte Katherine, obiit. Hec omnia erunt in manu decani quicumque fuerit.

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