Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)

IV. Quellen und Quellenkunde - 26. Willibrord Neumüller und Kurt Holter (Kremsmünster): Kremsmünsterer Briefe aus der Zeit des Interregnums

Kremsmünsterer Briefe. 427 pignus accipere cogitastis, . . . ergo ut dictum R. permuta . . .s incommodo et quiete scientes, [quatinus in] eundem R. faciam iusticie [co]mplementum, si quid queremonie proferre [veliti] s contra ipsum. Cetera lator. 22. Ulrich II., Abt von Garsten, bittet Abt Berthold von Kremsmünster, die mitgesandten Briefe zu siegeln. Er beklagt sich über die unerhörte Anmaßung seiner Mönche, die unter Außer­achtlassung jeder Disziplin ihren Abt wie ein Feind angreifen, berauben und schändlicherweise an der Ausübung seiner Regierungsgewalt verhindern. Um 1260/61 J). Abschrift. Vier Pergamentstücke, zirka 56x40 mm, ergeben ein senkrecht zerschnittenes Stück 56 x 150 mm. Neun Zeilen. Es fehlen zwei schmale Streifen aus dem Text und am oberen Rand. Aus CC 330 und 332, f. 58/63. Ziemlich massive Kursivminuskel, wahrscheinlich Ende 13. Jahrhundert. Rückseite liturgischer Text einer älteren Hand, Anfang 13. Jahrhundertf 1). ...a) amico speciali B.b) Dei gratia abbati Cremsmunstrensi0) VI. eadem Dei gratia abbas Gersten(sis) devotum per omnia cum oracio[ni]bus obsequium. Petimus a vestra karitate, de qua plurimum con[fi]dimus, quatinus iniuriam nost[r]am non solum nobis sed et universitati prelatorum irrogatam sicut o[bl]ata fide percepistis fr[at]erna compassione vindicandam censeatis et litteris, quas [v]obis sigillandas tran[s]mittimus, sigillum vestrum appendere non recusetis. Mov[ere] merito debet omnes pie [in] Christo viventes tam inau- [di]ta monachorum presumptio, ut [pret]ermisso omni ordine . . ,d) es in dominum et patrem velut inimicus hostiliter insurgant et spolia[n]t crudeliter; etiam contumel[iam et] obprobriis affectum ine) novum scandali genus a sua iurisdictione tu[rpi]ter repellant. 23. Abt Ulrich II. von Garsten bittet Abt Berthold von Kremsmünster um Verständnis für seinen letzten Brief, den sein Notar anscheinend mißverstanden habe. Er teilt mit, bereit zu sein, sich und die Seinen zu bessern und sich dann gemäß dem Mandat der Visitation anderer zu unterziehen. Um 1261( ?) * 2). Falz, 36 x 168 mm, sieben Zeilen, unten in unbekanntem Ausmaß beschnitten. Herkunft unbekannt, aus einer Kremsmünsterer Handschrift. Flüssige Urkundenschrift. Rückseite von gleicher Hand: Venerabili domino abbati de Chremsmvnster. Dilecto in Christo domino et amico speciali Ber. venerabili abbati de Chremsmvnster, VI. Dei gracia abbas de Gaersten cum oracionibus promptum serviendi affectum. Dilecti­onem vestram petimus cum omni diligencia et affectu, quatinus litteras nostras, quas vobis direximus non nuper, sane intelligere debeatis; nam Deo teste pure et simpliciter nostri cordis vobis revelamus secreta; sed videtur quod vester notarius nostrum non . . .a)deret r) Uber den Zwist im Kloster Garsten unter Abt Ulrich II. vgl. V. Melzer im Archiv für die Geschichte der Diözese Linz, IV, Linz 1907, S. 40 f. Er wurde am 20. November 1261 durch den Bischof von Passau beigelegt, wobei neben dem Abt und Prior ein Vertreter des Konvents für die Siegelung mitberechtigt bestimmt wird. Der Abt von Kremsmünster ist unter den zahlreichen österreichischen Prälaten, die diese Urkunde (OÖUB. 3. Bd., S. 281) bezeugen, nicht angeführt. 2) Der Nachweis, ob der Brief auf die Zeit vor oder nach der Beendigung des Garstener Klosterstreites zurückgeht, ist nicht mit Sicherheit zu führen. Wenn die Vermutung Melzer s (l. c. S. 40), er sei mit seinen Reformbestrebungen zu weit gegangen, zu Recht besteht, dann wäre er allerdings mehr an den Beginn seiner Regierungszeit zu verlegen, die von 1258 bis nach 1261 gedauert hat. Der Wortlaut könnte eine solche Vermutung bestärken. Der Schluß des Briefes, der eine Appellation berührt und in dem Enns genannt wird, ist unvollständig. 22. 0) Die ersten Worte der Zeile fehlen. '') Der Buchstabe könnte auch H. gelesen werden, doch sichert das Faktum den Abt Berthold als Empfänger. Vielleicht liegt ein Irrtum des Kopisten vor. c) Fon den letzten Worten zum Teil nur die untere Hälfte des Buchstabenbestandes vorhanden. d) Es fehlen etwa zwei Buchstaben, die etwa fratres ergänzt werden können. e) Darüber geschrieben. 23. ') Lücke von zirka zwei Buchstaben, traderet ( ?).

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