Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)
IV. Quellen und Quellenkunde - 26. Willibrord Neumüller und Kurt Holter (Kremsmünster): Kremsmünsterer Briefe aus der Zeit des Interregnums
428 N eumüller—H olter, intellectum. Itaque vobis presentibus intimamus, quod libentissime vestro consilio et aliorum sapientium virorum nos et subditos nostros corrigere .. .b) volumus, in quantum dominus concessit nobis vires, et postmodum descendere sicut in mandatis habemus ad visitacionem aliorum divino auxilio suffragante. De appellacione nostra facta et aliis petition- c) ibus, quos in litteris tetigistis, cum in Anaso. . . . 24. Heinrich von Puchheim an Abt Berthold und den Konvent von Kremsmünster. Zwischen 1256 und 1274. *) Falz, 22 x 84 mm, rechts etwas, unten in unbekanntem Ausmaß beschnitten. Sechs Zeilen vorhanden. Aus CC 330, f. 72/73. Feine Kursivminuskel. Rückseite in zwei Zeilen quergeschrieben: Domino abbati et ...ventui in Chre. . . Venerabilibus in Christo dominis et amicis, P. Dei gratia abbati in Chremsmvns[ter et uni]verso conventui eiusdem loci, H. de Pvchaym paratam ad obsequia volun[tatem]. Antiquorum dilectio amicorum quos iam specialis conglutinat affectio caritatis h . . . et desposcit, ut cunctarum postpositis3) instandis negationum quecumque inter se nu[perrime] debeant efficaciter impetrari. Inde et quod universitatem vestram cuius fama hon [orifice] per aures omnium crebris noscitur singultibus transvolare duxi affectuosissime . . . 25. Der Bischof von Passau (\) bittet Abt und Konvent [von Kremsmünster], ihren Mitbruder Heinricus, der seine Verfehlungen bereut habe, als gebessert wiederaufzunehmen und liebevoll zu behandeln. Mitte 13. Jahrhundert* 2). Falz, 37 x 59 mm, acht Zeilen. Oben mit Textverlust beschnitten, rechts fehlt etwa die Hälfte des Briefes. Zwei Heftlöcher. Aus CC 332, f. 50/55. Kursivminuskel aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Rückseite leer. . . . venerabilibus abbati et con ven [tui . . . . . . Heinricus confrater vester nobis non minim . . . abbatem requisivit, ita ut ipsum super excess . . . videlicet morum ut si de cetero contumax aut mol . . . predictum vobis remittimus emendatum et rogam[us . . . ut ipsum respectu nostri obsequii dilectum habeatis . . . vos de cetero sincerius diligere debeamus. Preter[ea . . . et letatus. Hoc ideo diximus, quod ipsum non habeatis . . . 26. Der Bischof von Passau (1) weist Abt und Konvent [von Kremsmünster] an, den Überbringer des Briefes, ihren Mitbruder Heinrich, wie einen Sohn zu behandeln. Er verweist den Empfängern die geäußerte Absicht, jenen bei jeder Gelegenheit zu beschweren aus geistlichen x) Heinrich von Puchheim ist 1242—1277 nachzuweisen, so daß zur Datierung des Briefes, dessen schwülstiger Stil auffällt, die Regierungszeit des Abtes Berthold den einzigen engeren Zeitraum bietet. Der Hauptteil des Textes bleibt unbekannt, da nur die Einleitungssätze vorhanden sind. 2) Als einziger Datierungsanhalt dient die Schrift, die mit der des folgenden Briefes eine gewisse Ähnlichkeit aufweist. Die Tatsache, daß das vorliegende Schreiben, das offenbar die gleiche Angelegenheit betrifft, eine viel sanftere Ausdrucksweise zeigt, spricht dafür, es vor jenem anzusetzen. Vielleicht gehört auch Nr. 28 zu diesen beiden Briefen. Da dort ein zeitlicher Anhalt gegeben ist, würde dadurch die Datierung in den Beginn der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts eine Stütze finden. Unter den zahlreichen Kremsmünsterer Mönchen namens Heinrich auch aus jener Zeit ist es nicht möglich, einen mit dem hier genannten zu identifizieren. Die Zuschreibung an den Bischof von Passau gründet sich vor allem auf den Wortlaut des folgenden Schreibens. Es kann sich aber auch um den Abt eines anderen Klosters handeln. 23. b) Ein kurzes Wort ganz verwischt; etwa item, vielleicht radiert. c) Lesung nicht ganz sicher. 24. “) Infolge eines Heftloches im Pergament Lesung fraglich.