Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)
IV. Quellen und Quellenkunde - 26. Willibrord Neumüller und Kurt Holter (Kremsmünster): Kremsmünsterer Briefe aus der Zeit des Interregnums
426 Neumüller—Holter, Kloster wohnhaft, in Enns rechtmäßig geheiratet habe, gnädig aufzunehmen. Zwischen 1252 und 1265!). Falz, 34 x 114 mm, sieben Zeilen erhalten, von der achten nur die Oberlängen. Unten abgeschnitten. Von einem Fragment imbekannter Herkunft in der Stiftsbibliothek Kremsmünster abgelöst. Steile Kursivminuskel. Rückseite leer. Dilecto in Christo patri et domino suo P. abbati Scotorum in Wienna venerabili, O. decanus Laureacensis devotas orationes in domino cum plenitudine obsequiorum. La- tricem presencium parrochialem meam Brigidam nomine dignationi vestre transmitto, supplicans omni precuma) instancia, quatinus in reparacione sua favorabilis ei dignemini existere, nam quidam Heinricus, dictus Cocus, in plebe vestra constitutus prope claustrum vestrum, ipsam duxit in uxorem in Anaso presentibus viris ydoneis et discretis raciona- biliter .... 20. Dietmar von Steyr ersucht Otto von Rohr, der den Untertanen des ersteren, Ulrich von Wimperg und Cunrad von Asperch, elf Stück Vieh durch seine Leute, Albveth Strobauch und Cunradus de Monte, hat wegtreiben lassen, diese zurückzustellen. Zwischen zirka 1240 und 1255 1 2). Falz, 32 x 120 mm, fünf Zeilen. Links und oben mit geringem Textverlust beschnitten. Aus CC 332, f. 11/15. Feine Kursivminuskel, ähnlich der Urkundenschrift. Rückseite unbeschrieben. Dilecto amico suo O. nobili viro de Ror D. de Styriaa) paratam . . .b) Quia vos per ignorantiam precepistis hominibus meis, domino Vlrico de Winperge et Cunrado servo meo [de] Asperch peccora undecim auferri per servos vestros Albreth Strobavch et Cunradum de Monte, peto per has literas confidenter, quatenus ablatas restitui faciatis servicii mei causa, quod aput vos volo perpetualiter promereri. 21. [Dietmar ( ?j] von Steyr verbürgt sich bei Hernestus von Asperch für den in Crevez- bach ansässigen Ratpreht, der sich an ihn gewendet hat. Vor 1258 3). Zwei kurze Fälze, 31x45, bzw. 40 mm, fünf Zeilen. Links wohl mu’ gering beschnitten, so daß etwa zwei Buchstaben fehlen, in der Mitte fehlt ein etwa 10 mm breiter Streifen. Aus CC 330, f. 142. Rundliche Kursivminuskel. Rückseite: Domino Hernst(o) de Asperch. [D]. de Styr(ia) dilecto amico suo domino H. de [Asperch] salutem cum dilectione. [R]atprehtus qui est residens in Crevezpafch. . . cora]m me deposuit conquerendo, [q]uia ipsi 1) Nach P. Schmieder, Lorch und Enns, 30. Bericht des Mus. Carol.-Franc, m. 25. Lieferung der Beiträge zur Landeskunde, Linz 1871, S. 19 /., war Otto von 1242—1265 Dekan in Enns. Abt Philipp regierte 1252—1269. 2) Dietmar von Steyr erscheint in den Urkunden von zirka 1240—1258, Otto von Rohr von 1234—1254, Cunrad von Asperg 1232-—1266, davon mehrmals im Gefolge Dietmars, in dem 1255 (OÖUB., 3. Bd., S. 223) auch Ulrich von Wimperg auftritt. Cunrad de Monte wird 1254 (OÖUB., 3. Bd., S. 213) im Gefolge des Otto von Rohr genannt. Albert Strobauch ist sonst unbekannt. 3) Eine Datierung wird nur durch Ernestus von Asperg möglich, der in Urkunden von 1241—1258 erwähnt wird und 1264 Mai 25. (OÖUB., 3. Bd., S. 317) schon als verstorben genannt ist. Die Ergänzung ,,Dietmar“ ist keineswegs gesichert, obwohl auch er in dem gleichen Zeitraum oft in Urkunden angeführt wird, seine Brüder Gundakar und During oder Otto de Styria kommen ebenfalls in Betracht. Der Ratpreht, dessen Pfandangelegenheit infolge des Textverlustes nicht ganz klar wird, ist sonst unbekannt, bei dem Ort Crevezbach dürfte es sich um eines der beiden Kroisbach handeln, eines in der Gemeinde Losensteinleiten gelegen, vgl. Schiffmann, Stiftsurbare, II, 24, 29, 40, 43, 46, das andere in der Gemeinde Weißkirchen, Schiff mann, II, 158, 181, 191, 302, 389 f. und 493. In beiden Ortschaften finden sich Rechtlehen. 19. a) Dar über geschrieben. 20. a) Nur die untere Hälfte des Wortes erhalten. *') Der Rest der Zeile fehlt.