Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)
IV. Quellen und Quellenkunde - 26. Willibrord Neumüller und Kurt Holter (Kremsmünster): Kremsmünsterer Briefe aus der Zeit des Interregnums
422 N eumüller—H olter, Falz, 30x 130 mm, fünf Zeilen; links fast ohne Textverlust beschnitten, rechts fehlt ein Streifen der je ein Wort enthielt. Die in Klammern gesetzten Worte sind ergänzende Vermutungen. Aus CC 332, f. 29. Flüssige Kursivminuskel. Auf der Rückseite unten die Unterlängen von: Chremsmunster. Reverendo in Christo patri et domino O. abbati de Chremsmvnstir frater W. predicator paratam ad grata obsequia v[oluntatem]. Cum malos male perdendos agricola statuat dominus Jesus Christus et culturam aliis collocare, suadeo ex animo [paternitati] vestre presentium per tenorem, quatinus villanos vestros in Vischen sparsim in aliis prediis vestre ecclesie [distribuetis et] magis katholicos loco eorundem inibi3) subrogetis. Alioquin cum pene omnes corrumpti sint heret[ica pravita]te auctoritate principis Austrie villa eadem ut arbitror funditus destruetur. 11. Heinrich von Rohr bittet im Aufträge seines Herrn, des Herzogs von Bayern, Abt Ortolf von Kremsmünster, den Grafen (?) Volchmar ins Kloster aufzunehmen. Der Herzog verspricht, jederzeit sich des Klosters anzunehmen, Heinrich von Rohr versichert seine Dienstwilligkeit. Vor 12531). Falz, 31x82 mm, acht Zeilen. Links mit Textverlust beschnitten, von einer über die Hälfte beschriebenen neunten Zeile sind nur Überreste der Oberlängen erhalten. Aus CC 126, f. 324/330. Zarte Kursivminuskel. Rückseite von der gleichen Hand: Venerabili domino Or. abbati in Ch(rems)mvnster. . . . venerabili abbati in Chremsmvnster H. de Rore promptam cum sincera . . . vestram cupio, quod dominus meus dux Baw[ari]e ex precepto suo mihi dedit in mandatis . . . [r]atio talis est, quod intime supplicat vobis, quatenus sue dilectionis intuitua) et perpetue . . . [f]idelis Volchmarumb) comitem0) ... in claustrum vestrum reci[pere] ... firmiter vobis dominus meus dux promittens, quod si unquam negotia vestra . . .ndis vestris vos et omnem familiam ecclesie vestre proposuit promovere. Preterea . . . perpetui servicii respectu ipsum benigne colligatis, et ut vestram deceat . . . tis, quod omne obsequium quod umquam prestare potero vobis unanimiter et omnibus .. . 12. Abt Ortolf von Kremsmünster an die Passauer Kanoniker Mag. Dietzo, Scholasticus, Mag. Johannes und Albero (1) als vom Bischof eingesetzte Richter. Der Abt spricht in dem von dem Kremsmünster er Mönch Engilbert überbrachten Brief anscheinend die Bereitschaft aus, den Anweisungen des Dekans Albertus Bohemus Folge zu leisten. Vor 1255 Mai 262). Konzept. q Heinrich von Rohr ist in zahlreichen Urkunden von 1220—1254 nachzuweisen, manchmal auch im Gefolge des Herzogs Otto II. (1251—1253), der zweifellos der Auftraggeber ist. Seine bewegte Politik hat sicherlich öfters Anlaß geboten, jemanden in einem am Rande seines Machtbereiches gelegenen Kloster in Sicherheit oder zum Schweigen zu bringen. Im Nekrolog von Kremsmünster, MG. Neer. IV, S. 210, 13. April, wird ein Volchmarus presbyter et monachus in loco, comes genannt, der mit dem Schutzbefohlenen des Bayernherzogs ohne weiteres identisch sein könnte. Anderweitig ist ein solcher nicht nachzuweisen, so daß es sich um keine sehr bedeutende Persönlichkeit gehandelt haben dürfte. Wenn dennoch größere politische Zusammenhänge vorliegen, dann ist der Beginn der Regierungszeit Abt Ortolfs (1247—1256) wahrscheinlicher als deren Ende, da gerade um und nach 1246 eine ausschlaggebende Kursänderung der bayrischen Kirchenpolitik erfolgte. Vgl. S. Riezler, Geschichte Baierns, 2. Bd., Gotha 1880, S. 83 ff. 2) Von den Passauer Kanonikern ist Mag. Dietzo von 1227—1253, dann bis 1260 als Scholasticus in zahlreichen Urkunden nachweisbar. Mag. Johannes desgleichen von 1239—1258. Vgl. auch Krick, l. c., 23—25. Der Domherr Al. (Albero oder Albertus) ist nicht mit Sicherheit zu bestimmen, darf aber nicht mit 10. a) Ein folgendes ,,col“ ist getilgt. 11. a) Darübergeschrieben. b) Vorher das Wort Volcharum getilgt. c) Lesung fraglich. Das folgende Wort, vielleicht ein Eigenname, ist ganz verwischt und unleserlich.