Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)

III. Heraldik und Geneologie - 20. Carl Äusserer (Wien): Die „Gando de Porta Oriola“ von Trient

Gando de Porta Oriola. 329 Trient — seine nähere und weitere Umgebung — war reich an Bergwerken, die schon zu Römerzeiten genutzt und gewertet und auch in der Folge stets befahren wurden. Die Geschichte dieser Bergwerke ist eng verbunden mit der Geschichte dieser Geschlechter. Die Gandus, benannt nach ihrem Stammvater, haben Eingang in die Geschichte gefunden und erscheinen seitdem in zahlreichen Urkunden des 13. Jahrhunderts x). Vom Stammvater Gandus ist uns noch überliefert, daß er Mühlenbesitzer in Trient war, daß er eine Mühle vom Bischöfe Friedrich von Wangen zu Lehen hatte, die er ihm für 600 Pf. B. verpfändet hatte * 2). Mühlen waren schon zur damaligen Zeit gute Einnahmequellen und die Gandus haben in der Folgezeit so manche Mühlen in Trient besessen, die auch nicht wenig zu ihrer Wohl­habenheit mit beigetragen haben. Gandus (Gamdus) ist zum letzten Male in einer Urkunde vom 30. September 1224 als lebend genannt 3). Aus dieser und aus einer zweiten vom 17. Dezember erfahren wir den Namen eines Sohnes Ottolin und eines Enkels Trentinell sowie daß Gandus ein Haus in der contrata filiorum quondam Gandulfini — benannt offenbar nach jenem Gandulfin, der mit zum Gewerke des Gandus gehört hatte — besessen und daß seine Nachkommenschaft als aus dem Geschlechte der Gandus entsprossen gekennzeichnet worden ist — Trentinellus filius Ottolini generis Gamdi 4). Otto de Gando hatte eine Tochter namens Xandrina, die er am 26. April 1231 mit Trentin (Trentinellus) Borserii verheiratete. Sie erhielt väterlicherseits eine Mitgift von 650 Pf. B., die auf Güter der Borseri widerlegt wurden. Durch diese Güter waren verwandt­schaftliche Bande zu der Trientner Handelsfamilie der Borseri einerseits und durch diese wieder mit den diesen später verschwägerten Familien der Conselmi und Zambonini ange­knüpft worden. Ottolin, genannt Dolcius, Sohn des Trentin Borseri, heiratete am 21. Februar 1254 Mabilia, die Tochter des Nicolaus de Disuculo, Sohnes des Gonselm, und seine Schwester Jacobina Lafranchin, Sohn des dns. Zambonini und in zweiter Ehe Berald von Levico 5). Immer reicher und wohlhabender lernen wir die Gando kennen und dieser Umstand erklärt uns ihr immer weiteres Hervortreten in der Öffentlichkeit und auch später in der Stadtgeschichte. Mit dem Wachsen ihres Vermögens und Grundbesitzes stieg ihr Ansehen, ihr Streben nach öffentlicher Betätigung und Stärkung ihrer finanziellen Stellung, die, wie wir sehen werden, sie zu Inhabern von Mauten und Zöllen gemacht hat. Inzwischen hatten neuerliche unselige Fehden, verursacht durch Machtbestrebungen und raubritterlichen Geist, das Bistum in Unruhe und Aufregung versetzt. Es würde zu weit führen, auf die vielen b Bonelli in seine Notizie istorico-critiche, Bd. II., p. 527 und 529, Anmerkung f, führt eine Mabilia, auch Amabilia, als Gemahlin Ulrichs von Arco an, der 1210 testiert, die er als filia d. Trentini de Gajo vel Gando bezeichnet. Ein Trentin Gando ist zur damaligen Zeit nicht nachweisbar. Diese angebliche Mabilia de Gando erwähnt auch Cusin in seiner Arbeit: I primi due secoli del principato ecclesiastico di Trento, Urbino 1938, S. 169. *) Kink, Cod. Wang., Nr. 139. 3) Äusserer, Regesto Nr. 11 und 12. 4) Äusserer, Regesto Nr. 12. 5) Stammtafel der Borseri: fratres Borserii Trentinus (Trentinellis) oo 1231 Xandrina fii. Ottonus de Gando Martinus Ottolinus dictus Dolcius Jacobina Riprandus Zenarius Jacobus oo 1254 Mabilia fii. dni. Nicolai oo (*) 1251 Lafranchinus de Desiculo fii. qd. dni. Gonselmi qd. dni. Zambonini 1251 1236 1236 oo (2) Beraldus de Levico Francisca 1270 oo dns. Olricus de Enno

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