Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)

III. Heraldik und Geneologie - 17. Anna Coreth (Wien): Ein Wappenbuch Kaiser Maximilians I.

Ein Wappenbuch Kaiser Maximilians I. 301 dann er wurd der berumtist, der in oriennt oder occidennt sein wurdet. Das lannd zu flanndern ist zu einer graffschafft worden durch ein jegermaister, der eins künigs von frannckreich tochter erbuld hat zu einem weyb, der hat gegräfft und damit die grafschafft Flanndern dem Ro(mischen) Reich abgezogen, als du fynnden wirdest durch den schild von Alost. Darumb so furt künig Max disen schild, wie du in seiner cronicken fynnden wirdest gar. Tyrol. Das ist ein lannd und ein haydenisch kunig reich ettwen bey Laures zeitten; das wappen haben gefürt die hertzogen zu Meran, cristen, die da körnen sein von dem edlen gesiecht von Habspurg in Burgundj und aus Burgundj hertzogen geflossen gen Meran auch gen Swaben, die dann vil stifftung getan haben in obern Bayern, das auch dißmals Swaben gewest ist, das man ytz die Etsch nennet; das haubtslos an Meran ist genannt Tyrol und der mändlich stammen von Meran ist abgestorben biß auf die töchter, welch verheyrat sein worden einem hertzogen zu Kerennden und ist also daraus ein grafschafft gestimbt worden. Darumb so furt nyemanndt pillicher disen schild, als ein geborenn ertzhertzog zu Kerenden, dann künig Max gar. Görtz. Das ist ein grafschafft des reichs und ist durch heyrat unnd verschreibnuss eines ab- wechsels körnen an das löblich hawss Österreich, in im ist eingewachssen auch durch heyrat eins hertzogen zu Kerennden. Und ist am letzten vom grafen zu Görtz durch ableybung widerumb gewachssen an den ersten stammen Kerennden durch vertrag, so sy miteinannder gehebt haben, zuwissen das ein parthey die anndern erben soll; darumb so furt kunig Max disen schild gar. Arthoys. Das ist ein lannd bey den Römern Terra Vana genannt vor zeitten her und nw aus der­massen fruchtpar, darumb und darynn sind vil streyt beschehen und nemblich von cristen wider cristen, als man maint, das in Ewropa sein mag. Die grafen von Arthoys sind abkomen von den junngen brudern ains kunigs zu Frannckreich, darnach abgestorben biß auf ein tochter, ist durch heyrat durch die hertzogen zu Burgundj und verwilligung eines künigs von Frannckreich körnen an das hawss von Burgundj. Darumb so furt künig Max disen schild gar. Hollannd. Das ist ein furstenthumb nemblich nach Cristi geburd von dem Reinflus und des mers angeschütt, den merern tayl hat im selbs ain grafen genomen und an sich gezogen Henigew unnd Seeland durch derselben grafen grosse macht von uberfruchtperlichkeit des erdtrichs; durch absterben weiplichs und manlichs Stammes ist durch die letzt erbtochtter ubergeben worden irem nechsten frund nach weiplichem stammen mutterhalb, den fürsten von Burgundj. Darumb so fúrt kunig Max disen schild durch sein heyrat gar. Seelannd. Das ist ein lannd taylhafftig der gelegenheit der cron von Enngellannd und die Saxen haben das besetzt mit lewtten durch Enngellannd, da man sy genant hat, die Wundulj erobert haben; sy haben die hollenndischen grafen für herrn angenommen. Darumb kunig Max als ein ertzhertzog zu Burgundj furt disen schild gar. Phirrt. Das ist ein Wappen abgetaylt von dem edeln stammen von Habspurg als von Fabj Albrecht, davon auch sannd Albrecht komén ist, vom künigreich von Burgundj, getailt worden durch die junngern brúder und durch heyrat widerumb an den stam von Habspurg

Next

/
Oldalképek
Tartalom