Szladits Károly (szerk.): Magyar Jogászegyleti értekezések 8. kötet (72-82. füzet) - Magyar Jogászegyleti értekezések 8. (Budapest, 1893)
Liszt Ferencz: A jövő büntetőjoga [76., 1892]
47 geworfen worden sind. Was bedeutet die vielfach besprochene bedingte Yerurtheilung anderes, als die Durchführung des Satzes, dass wir dem Gelegenheitsverbrecher gegenüber anders Vorgehen sollen, als dem Gewohnheitsverbrecher gegenüber ? Wir müssen einen Unterschied machen zwischen dem Verbrechen, das, wenn die Verhältnisse, die es entstehen machten, nicht wiederkehren wird und zwischen dem Gewohnheitsverbrechen. Wir müssen einen Unterschied machen zwischen dem, der die That bereut, gesteht, sie sühnen möchte, so gut er kann und zwischen dem Gewohnheitsverbrecher, der davon lebt, der seinen Lebensberuf in dem Kampfe gegen die bestehende Eechtsordnung sucht. Von demselben Grundgedanken gehen wir aus, wenn wir die kurzzeitige Freiheitsstrafe beschränken oder durch andere Strafmittel ersetzen wollen. Wie weit wir darin gehen wollen, ob wir das Mindestmass der Freiheitsstrafe auf drei Tage oder eine Woche, auf 14 Tage bis 6 Wochen festsetzen sollen, das sind Fragen, über die man verschiedener Meinung sein kann. Verschärfung der kurzzeitigen Freiheitsstrafe, die Zwangsarbeit ohne Einsperrung, Umgestaltung der Geldstrafe — das sind Massregeln, die wir geprüft und vorgeschlagen haben. Aber ein vollständiges Strafensystem haben wir, meine Herren, heute noch nicht. Dass wir uns bemühen, es aufzustellen, halte ich an sich schon für ein grosses Verdienst. Die Umgestaltung der Strafgesetzgebung auf Grund der Unterscheidung zwischen Gelegenheits- und Gewohnheitsverbrechen wird kommen, wenn auch nicht so bald. Ich möchte sagen, ich habe gar kein Interesse daran, dass sie recht bald komme. Das Interesse, das wir haben, ist das Interesse an gemeinsamer Arbeit zum gemeinsamen Ziele und in dieser Arbeit können wir uns sehr wohl verbinden mit Jenen, die heute noch Anhänger des jetzt geltenden Hechtes und der herrschenden wissenschaftlichen Ansichten sind. Nur das möchte ich noch betonen. Man sagt, dass unsere Auffassung nur als eine durch und durch idealistische bezeichnet werden kann. Ich möchte diesen Vorwurf, — wenn er einer sein soll — lieber hinnehmen, als den, dass wir Materialisten, oder wie es vor anderthalb Jahren in der Schweiz hiess, dass wir Atheisten seien. Unsere 181