Szladits Károly (szerk.): Magyar Jogászegyleti értekezések 8. kötet (72-82. füzet) - Magyar Jogászegyleti értekezések 8. (Budapest, 1893)
Liszt Ferencz: A jövő büntetőjoga [76., 1892]
37 zu bekämpfen. Wir können sie bannen auf Stunden, auf Tage, vielleicht uns ihrem Einflüsse auf Monate und Jahre hinaus entziehen; aber plötzlich, wenn wir es am wenigsten ahnen, hören wir die Gespenster flüstern im Nebenzimmer und mit einem Schlage bricht das ganze stolze Gebäude unseres Lebenszweckes vor uns zusammen wie ein Kartenhaus. Wir sehen: dieselbe Auffassung wie bei Lombroso, dieselbe Auffassung und derselbe Pessimismus da und dort. Deshalb kann es im modernen Drama keinen versöhnenden Abschluss geben und die Aufgabe des Dichters beschränkt sich nach Ansicht der Vertreter dieser Dichtung darauf, zu zeichnen, um treu darzustellen, was er im Leben gesehen hat oder zu sehen vermeint. Lombroso und seine Anhänger glauben nicht an die Möglichkeit der Wirkung der Strafe. Wie ein rother Faden zieht sich durch die Schriften der italienischen Schule die Verzweiflung ari der Wirkung der Strafe, das Misstrauen gegen die Strafe, das Bemühen, Ersatzmittel für die Strafe zu finden. Dieser Auffassung gegenüber, meine Herren, müssen wir Stellung nehmen. Von ihrer Widerlegung hängt es ab, ob Kriminalpolitik möglich ist oder nicht. Nicht in den Anhängern der klassischen Schule, nicht in jenen, die fest halten wollen an den bestehenden Ansichten, haben wir die gefährlichsten Gegner, sondern in den radikalen Naturalisten, die an die Möglichkeit der Erziehung des Menschen nicht glauben. Es kann uns nicht in den Sinn kommen, die Bedeutung des Gesetzes der Vererbung irgendwie unterschätzen zu wollen. Dass die Eigenart der Erzeuger auf die Erzeugten wirkt, dass die guten und schlechten Eigenschaften der Eltern übergehen auf die Kinder, dass die körperlichen und geistigen Schwächen der Eltern sich äussern an dem Sprösslinge, das sind Wahrheiten, die Niemand jemals ernstlich bezweifelt hat. Wir wissen sehr gut, dass die geistigen und körperlichen Schwächen der Eltern, dass die Krankheiten der Erzeuger ein belastendes Erb- tlieil für die Kinder bilden. Wir kannten den Begriff der hereditären Belastung noch bevor Lombroso seinen homo delinquens geschrieben hatte. Diese Belastung, die eine Schwächung der Widerstandskraft des Zentral-Nervensystems zur Folge hat, stört das Gleichgewicht der geistigen und physischen 171