Szladits Károly (szerk.): Magyar Jogászegyleti értekezések 8. kötet (72-82. füzet) - Magyar Jogászegyleti értekezések 8. (Budapest, 1893)
Liszt Ferencz: A jövő büntetőjoga [76., 1892]
32 Alkoholismus und die Mutter der Prostitution in die Arme getrieben hat, äussert sich in der geschwächten Lebenskraft des Kindes, das seinerseits wieder in denselben ungünstigen Verhältnissen aufwächst und der gesteigerten Einwirkung der gesellschaftlichen Faktoren unterliegt. Es ist das dauernde Verdienst Quetelets, auf die Bedeutung diese Faktoren aufmerksam gemacht zu haben. Doch ist auch er nicht frei топ Fehlern, von solchen, deren Aufklärung lange brauchte und die wir heute noch nicht mit voller Klarheit erkennen. Quetelet sieht nämlich nicht die Bedeutung des Individuums, das ihm nicht mehr ist, als eine «cause perturbatrice». Er kennt nicht den Einzelnen, sondern nur den statistischen Durchschnittsmenschen, er kennt nur den rechnerischen Durchschnitt, gewonnen durch die grosse Zahl. Nur zu leicht vergessen wir, wenn wir ihm folgen, dass dieser Durchschnitt nur dann praktischen Werth, wirkliches Leben besitzt, nur dann etwas anderes ist als ein Homunkulus, den die Gelehrten in ihrer Studierstube zusammengebraut haben, wenn der Durchschnitt sich dem Typus nähert. Je mehr er sich davon entfernt, desto geringer wird seine Bedeutung. Wenn der Eine Nichts besitzt und der Andere eine Million hat, können wir da sagen, jeder besitze durchschnittlich 500,000 Gulden ? Und wenn einer 10 Jahre alt wurde und einer starb mit 90 Jahren, können wir da sagen Jeder ist im Durchschnitte 50 Jahre alt geworden? Wir würden da auch nicht mit annähernder Richtigkeit Vermögen und Lebensdauer des Einzelnen bestimmt haben. Betrachten wir die Zahlen der Kri minalstatistik genauer untersuchen wir, wie sich die Kriminalität vertheilt hat in den verschiedenen Gebieten, nach dem Stande, nach den Konfessionen, den Altersstufen, nach dem Geschlechte, so überzeugen wir uns sehr bald, dass der statistische Durchschnittsmensch doch nur in den Zahlenreihen der Kriminalstatistik existirt und nicht etwas ist, was wir greifen können, also auch kein Projekt unserer Kriminalpolitik sein kann. Die Nichtberücksichtigung der Individualität ist der grosse Fehler Quetelets und der socialmechanischen Auffassung. Heute denken wir anders über die Bedeutung des Individuums. Wir verkennen nicht, dass es hervorgewachsen ist aus den Verhältnissen, dass es das, was es 166 4