Szladits Károly (szerk.): Magyar Jogászegyleti értekezések 8. kötet (72-82. füzet) - Magyar Jogászegyleti értekezések 8. (Budapest, 1893)

Liszt Ferencz: A jövő büntetőjoga [76., 1892]

а» sein, nach den verschiedensten Eichtungen hin Ihre freundliche Nachsicht für mich und meinen Vortrag in Anspruch zu nehmen. Was die internationale kriminalistische Vereinigung — oder darf ich persönlich sprechen, — was ich selbst glaube, das will ich in wenigen Worten zusammenfassen. Wir verlan­gen eine kräftige, zielbewusste Kriminalpolitik; wir verlangen, dass der Staat, die Bechtsordnung zielbewusster als bisher, rücksichtsloser als bisher das Verbrechen und das Verbrecher­thum bekämpfe. Wer aber das Verbrechen bekämpfen will, muss das Verbrechen kennen ; er muss es studieren, nicht als begriff­liche Abstraktion, sondern als Erscheinung, als Ereigniss des gesellschaftlichen sowohl, wie des individuellen Lebens. Das Verbrechen kennen lernen, das heisst, den Verbrecher kennen lernen. Ich möchte dann weiter unser Glaubensbekenntniss dahin formuliren, dass wir das Verbrechen auffassen müssen als nothwendiges Produkt aus der den Verbrecher umgebenden Gesellschaft und der wirthschaftlichen Verhältnisse einerseits und aus der Eigenart der Individualität des Verbrechers an­dererseits, welche theils angeboren, theils durch Entwicklung und Lebensschicksale erworben ist und ich möchte diese Schil­derung unseres Glaubensbekenntnisses schliessen mit dem Satze, dass gerade weil das Verbrechen das nothwendige Pro- dukt gegebener Verhältnisse ist, die Bekämpfung des Verbre­chens, und zwar durch Einwirkung auf diese Verhältnisse mög­lich ist. Indem wir diese Forderungen aufstellen, treten wir zu­nächst in Widerspruch mit all denjenigen, die die heutigen Zustände so vortrefflich finden, wie sie nur sein können, die nichts zu ändern für nothwendig halten und meinen, dass wir es mit nothwendigen Uebeln zu thun haben. Ich möchte an dieser Stelle nicht nachweisen, dass eine kräftigere Bekämpfung des Verbrechens wünschenswerth ist; ich möchte auf den Nachweis verzichten, dass selbst, wenn wir nicht in zahlreichen Ländern beobachtet hätten, wie die Zahl der Kriminalfälle im lebhaften Steigen begriffen ist, selbst wenn diese Zahl einen Stillstand und Rückschritt aufweisen würde, 163

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