AZ EGYETEMI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVEI 4. (Budapest, 1968)

Az egyetemi könyvtár állományából - Horváth Lóránt: Ungarn betreffende alte deutsche Drucke der Budapester Universitätsbibliothek. I. 1475–1600

bearbeitenden Bibliographien vergleichen (z. B. Panzer, Hain, oder Szabó), so fällt dieser Vergleich für Kertbeny nicht einmal so schlecht aus. Andrerseits brauchen wir nicht beweisen, dass man dem Kertbenyschen Korpus heute gewiss beträchtlichere Ergänzungen anreihen könnte aus dem neuen, seit 88 Jahren angeschwollenen Zuwachs der einzelnen Bibliotheken, aus den von Kert­beny nicht herangezogenen Sammlungen, aus den seither erschienenen Biblio­graphien, usw. Für uns ist aber viel mehr die Frage interessant, ob Kertbeny in der von ihm aufgesuchten BUB eine tüchtige Arbeit geleistet hatte. Zu dieser Frage verleitet uns die Tatsache, dass Kertbeny z. B. aus der BUB nur 15 Nummern er­wähnte, von welchen er nicht mehr als 6 vorgefunden hat. Von den 1427 Werken seiner Bibliographie kann Kertbeny nur 615 in ungarischen Bibliotheken nach­weisen: 342 in der Ungarischen Nationalbibliothek, 90 in der Bibliothek der Ung. Akademie der Wissenschaften, 140 in der Johann Törökschen Sammlung des Bischofs Lorenz von Schlauch in Szatmár, 23 in der Festetich-Bibliothek in Keszt­hely, 15 in der BUB, 3 [!] bei Apponyi, 2 im Siebenbürgischen Museum in Kolozs­vár, 1 bei Emich. (Kertbeny S. 524.) Auffallend ist die geringe Zahl der von Kert­beny herangezogenen Werke der BUB, der ältesten ungarischen wissenschaftlichen Bibliothek. - Wir müssen allerdings feststellen, dass die Zahl der deutschsprachigen Hungarica der BUB die der Ungarischen Nationalbibliothek bei weitem nicht erreicht, und bleibt sogar hinter der der Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften zurück. Die bei Kertbeny (S. 391.) verzeichneten Drucke der BUB (in Klammern die Nummer unseres Auswahl-Katalogs): a) Aus dem Prayschen Index beschriebene, aber von Kertbeny nicht vorge­fundene Drucke: 154 (-), 244 (8), 333 (26), 374 (-; Pray: -), 537 (21), 612 (100), 672 (38), 715 (43), 1012 (79). b) Die nach Kertbeny in der BUB vorhandenen Drucke: 485 (15), 531 (23), 534 (22), 542 (-; Pray: -), 585 (-; Pray: -; Kertbeny S. 145: -), 587 (28). a) und b) insgesamt nur 13 Nummern, da die Nr. 374 und 585 als Verschrei­bungen anzusehen sind. Die Nr. 154 und 542 haben auch wir nicht vorgefunden. c) Die BUB - Nummern einiger, bereits bei Pray beschriebenen Drucke, auf welche Kertbeny nicht verweist: 10, 11, 14, 20, 32, 41, 45, 47, 54, 77, 82, 104, 105. Die bei c) aufgezählten Nummern bekräftigen unsere Vermutung, wonach Kertbenys Bibliographie eigentlich schon vor 88 Jahren keinen Anspruch auf Voll­ständigkeit erheben durfte. Um aber auch Kertbeny gewissermassen gerecht zu werden, müssen wir erwähnen, dass er die Sichtung der BUB-Bestände im Jahre 1877 versuchte, als der Nachweis der Drucke infolge der vor zwei Jahren statt­gefundenen Umsiedlung der Bibliothek in das neue Gebäude, der begonnenen Rekatalogisierung und des damit verbundenen neuen Aufstellungssystems wahr­scheinlich keine leichte Aufgabe war. Kertbeny hat den Prayschen Index mit seinen ca. 4200 Nummern weit über­schätzt, als er glaubte, dass dieser „gut an 10,000 Nr. enthält." Der Index erschien 204

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