AZ EGYETEMI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVEI 4. (Budapest, 1968)
Az egyetemi könyvtár állományából - Horváth Lóránt: Ungarn betreffende alte deutsche Drucke der Budapester Universitätsbibliothek. I. 1475–1600
im J, 1780-1781. und sollte als ein Raritätenkatalog betrachtet werden in einer Zeit, als nach einer „Connotatio summaria ... in Bibliotheca Regiae Universitatis Budensis Librorum voluminibus constiterit exeunte anno 1783. ..." insgesamt 15,494 Bd. vorhanden sein sollten (Aufzeichnungen von M. G. Kovachich in der Handschriftensammlung der Ung. Nationalbibliothek in Budapest). Weit übertrieben scheint seine Vermutung, wonach die bei Pray verzeichneten Werke „heute 1877 durchaus nicht mehr auffindbar" wären. Damit wollen wir aber durchaus nicht behaupten, als ob der Praysche Korpus „heute 1968" vollzählig nachzuweisen wäre. Diese Frage sollte bei Gelegenheit wirklich eingehender untersucht werden. Zur Frage der Genauigkeit haben sich mehrere geäussert. Neben den vorsichtigen Bemerkungen von Gustav Heinrich, oder Carl Göllner (im Vorwort seiner Bibliographie) lesen wir bei Apponyi I. 171, 229, 283, 632 schon eine lebhaftere Kritik. Auch wir können es bekräftigen, dass die beträchtliche Zahl der unkorrigierten Druckfehler, die Versenreibungen, die willkürlichen und ohne Vermerk durchgeführten Verkürzungen, die fragmentarisch beschriebenen Nachfolge-Ausgaben einzelner Werke die Identifizierungsarbeit mit den Kertbenyschen Angaben manchmal äusserst schwer machen. Kálmán Benda tadelt ausserdem die veralteten Auswahlprinzipien, die Unvollständigkeit der Kertbenyschen Bibliographie (A törökkor német újságirodalma. A XV-XVII. századi német hírlapok magyar vonatkozásainak forráskritikájához, in: A Magyar Töténettudományi Intézet Évkönyve 1942. Budapest, 1942. S. 203.) Das Echo dieser, für den die Literatur des Türkenkrieges im 15. und 16. Jh. bearbeitenden Forscher unerlässlichen Bibliographie war von Seite der Zeitgenossen äusserst spärlich. Nicht einmal die bibliographische Verewigung ist gelungen. József Szinnyei, der übrigens in seinem grossangelegten biographischen Lexikon über ungarische Schriftsteller Kertbenys Leben und Werke ziemlich eingehend behandelt (Bd. 6., Budapest, 1899. Sp. 133-146.) vergisst [!] Kertbenys Bibliographie zu erwähnen, und die andere, nach Kertbenys Tode (er starb am 23. Jan. 1882.) von Géza Petrik beendete Bibliographie für die Jahren 1801-1860 lässt er statt 1886, im Jahre 1880 erscheinen. Auch Géza Petrik hat das Seine geleistet, denn er lässt Kertbenys Werk statt 1880 im Jahre 1881 erscheinen. (Magyar Könyvészet 1876-1885. Budapest, 1890). Beide wurden so zur Quelle von Fehlangaben. Um der Verbreitung im Ausland alle Hindernisse wegzuräumen, hat Kertbeny seine Bibliographie zweisprachig, ungarisch und deutsch abgefasst. Interessanterweise kann man heute Kertbenys Namen in den bekanntesten bibliographischen Nachschlagewerken für die deutsche und österreichische Geschichtsliteratur, wie Potthast (2. verb, und verm. Aufl., Berlin, 1896.), Dahlmann - Waitz (9. Aufl., Leipzig, 1931.), G. Franz (München, 1951.), Uhlirz (2. neubearbeitete Aufl., Bd. I., Graz-Wien-Köln, 1963.) nicht finden. In anderen Werken sehen wir zwar Zeichen der Kenntnisnahme, wie z. B. bei T. Besterman (Early printed books to the end of the sixteenth century. A bibliography of bibliographies. 2. ed. rev. and much enlarged, Geneve, 1961.), aber Kertbenys Bibliographie kann die bei Besterman fehlende Alte Ungarische Bibliothek von Szabó und deren Ergänzungen von Sztripszky nicht ersetzen, die ja bis zum J. 1600 gerechnet insgesamt 2791 Werke beschreiben. Vorbildlicher weise hat Josef Benzing in seinem Buchdruckerlexikon 205