AZ EGYETEMI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVEI 2. (Budapest, 1964)

Egyéb tanulmányok - Szalatnai Rezső: Die Jugend von Mátyás Bél. (Zusammenfassung)

Angaben zusammen, die wir aus der Bél-Literatur über seine Kindheit, seine Jugend- und Studienjahre kennen. Sein Name wurde ungarisch auch von den Zeitgenossen Bél geschrieben, obwohl der Buchstabe ,,e" in seinen lateinischen Büchern, der lateinischen Rechtschreibung entsprechend natürlich ohne Akzent gedruckt ist. Seine Mutter, Erzsébet Cseszneky, war unbestritten eine Ungarin und sein Vater hatte den Namen Funtik im slowa­kischen Dorf bloss als Spitznamen erhalten, weil er, knauserig wie er war, das Fleisch mit einem kleinen Pfunde wog. Funtik heisst „Pfündchen". Keine Angabe spricht dafür, dass der Vater anderer Nationalität gewesen wäre als die Mutter. Bél selbst betont in seinem ungarischen Sprachbuch für Deutsche ausdrücklich, dass seine Muttersprache die ungarische sei. Seine Nationalität steht also fest, das Selbstgeständnis des Verfassers muss jeder zur Kenntnis nehmen. Die patriotische Einstellung Beb gehört auf ein eigenes Blatt. Er war ein Zeitge­nosse des Freiheitskampfes der Kurutzen, seine Treue zu Rákóczi kostete ihm fast den Kopf. Der Knabe, der unter den Slowaken in Ocsova aufgewachsen war und als junger Student durch die Städtchen Ungarns zog, fühlte sich mit dem Volk solidarisch. Dieses Erlebnis nahm er nach Deutschland mit und kehrte auch mit die­sem in seine Heimat zurück, um hier zu lehren. In Halle wurde er zur Pflege der Volkssprachen noch weiter ermuntert. Er kannte Ungarn aus unmittelbarer Anschauung, wusste aus eigener Erfahrung die NichtUngarn zu schätzen, erkannte ihren Anspruch auf Gleichberechtigung an, obwohl es damals noch keinen Nationalismus gab, nur dass Bél eben eine Grundfrage des nachtürkischen Ungarns richtig aufgefasst hatte. Diese Erkenntnis be­stimmte auch sein Verhalten. Dies offenbart sich auch in seinen jüngst entdeckten Versen aus der Jugendzeit in ungarischer, lateinischer, deutscher und tschechischer Sprache, von denen aber die ungarischen Gedichte die längsten, stilistisch schönsten sind, und auch damit seine Muttersprache bezeugen. 254

Next

/
Oldalképek
Tartalom