Az Egri Ho Si Minh Tanárképző Főiskola Tud. Közleményei. 1987. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 18/04)

Günger Kislant und Karlheinz Otto: Besonderheiten der subjek- objekt-dialektik im frühen schulalter

- 49 ­zwangsläufig nicht mehr unmittelbar erfaßt werden kan, sondern deren Be­deutung immer weiter in die Zukunft reicht und immer weniger aktuellen persönlichen Bedürfnissen entspricht. Diese weit in die Zukunft reichende Antizipation ist schon kognitiv, aber erst recht motivational eine hohe Leistung. Die Selbstmotivierung der Schüler durch den unmittelbaren Er­folg der Handlung reicht hier also allein nicht aus, um bei ihnen ent­tsrechende positive Lernmotive und Lerneinstellungen zu entwickeln. Darü­ber hinaus müssen den Schülern deshalb durch gezielte systematische und varianternreiche Motivierungen sowie durch Auswertungen erreichter Ergeb­nisse der Sinn, die Bedeutung und die Notwendigkeit der Lernhandlungen und der Lerntätigkeit kontinuierlich bewußt und erlebbar gemacht werden. Die Schüler sind keine passiven Lehrobjekte. Zumindest lassen sie sich diese Rolle schon im frühen Schulalter meist nicht lange gefallen. Sie sind auch als Schüler Sjbjekt ihrer Lerntätigkeit und Lebensbedingungen, indem sie aktiv werten und auswählen, indem sie selbst entscheiden, zu­mindest mitentscheiden möchten, wo sie ihre Kräfte mobilisieren und wo nicht . Das äußert sich u.a. in einer aktiven Suche nach emotionalen Bindun­gen an spezielle Lebens- und Tätigkeitsbereiche (Sport, Kunst, Literatur, Technik, Natur usw.), was schon in dieser Entwicklungsstufe zu relativ stabilen Interessen führen kann. Solche frühzeitigen Interessenbildungen sind einerseits begrüßenswert und sollten durch Kontinuität im Besuch von Interessengemeinschaften gefördert werden; diese (nicht selten pädago­gisch auferlegte) Kontinuität birgt jedoch im frühen Schulalter auch die Gefahr einer vorschnellen Eingrenzung der Aktivität der Kinder und damit der Einengung ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Besonders im frühen Schu­lalter muß den Kindern noch reichlich Gelegenheit gegeben werden, alle Möglichkeiten voll durchzuprobieren (auch durch Wechsel der Interessenge­meinschaft !), um ihre eigenen "Stärken"und "Schwächen" genauer kennenzu­lernen. Solche Selbsterkundungsprozesse sind für die Ausprägung der Subjekt­position von zentraler Bedeutung. Obgleich die Selbsterkundung bei Kin­dern im Schulalter (im Unterschied etwa zum Tugendalter) noch nicht oder nur in Ansätzen den Charakter von eigenständigen Tätigkeiten mit dem be­wußten Ziel der Selbstanalyse und Selbstbewertung besitzt, sollten ihnen

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