Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1990. Germanistiche Studien (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 20)

Herbert Woi, Grundschule: Die Rolle des Muttersprachlers beim Anfängerunterricht Deutsch als Fremdsprache

89 Es scheint daher sinnvoll und notwendig, die verwendeten Lehrbücher kurz zu beschreiben, um dadurch in der Lage zu sein, einen möglichen Lehrzielkatalog für den Anfängerunterricht Deutsch als Fremdsprache an ungarischen Grundschulen zu erstellen. 3. Lehr materiel ien Im folgenden sollen die zur Verfügung gestellten Unterrichtsmaterialien kurz vorgestellt werden. Dabei muss aber betont werden, dass es zu Missverständnissen in der Anwendung kommen konnte, da die meisten Anweisungen, Erläuterungen und Lehrerkommentare auf Ungarisch verfasst wurden und damit dem Verfasser nicht zugänglich sind. Versuche, einzelne Anweisungen entweder mit Hilfe der umzuschulenden Russischlehrerinnen oder von Wörterbüchern zu entziffern, scheiterten oft. 3.1. Lehrbücher Die Verwendung der in Ungarn verfassten Lehrwerke war für die deutschsprachigen Lehrenden besonders problematisch, da die Kommunikationsbarrieren hier besonders deutlich zu Tage traten. Bei der folgenden Beschreibung muss daher immer das Unverständnis des Verfassers berücksichtigt werden; es mag sein, dass diese Werke von ungarisch sprechenden Lehrern sehr erfolgreich benutzt werden können. Die Kritik geht dabei von einem Standpunkt aus, der beispielsweise von Gerdes et. al. folgendermassen formuliert wurde: Es lassen sich historisch gesehen idealtypisch drei didaktische Paradigmen für Lehrwerkkonzeptionen unterscheiden: a, das grammatische Paradigma b, das situative Paradigma c, das kommunikative Paradigma Diese Paradigmen unterscheiden sich in der Auffassung, was es bedeutet eine Sprache zu beherrschen. Lernziel von Lehrwerken im Rahmen des grammatischen Paradigmas ist die Fähigkeit, grammatisch korrekte Sätze zu bilden. Sie berücksichtigen jedoch nicht die Fähigkeit, Sätze auch richtig, d. h. entsprechend einer bestimmten Sprachintention, eines auszudrückenden Sachverhaltes (Proposition), einer gegebenen Situation, einer gegebenen Textsorte oder Interaktionsform und eines zu wählenden Registers zu gebrauchen. Das situative ist gegenüber dem grammatischen

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