Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1990. Germanistiche Studien (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 20)

Herbert Woi, Grundschule: Die Rolle des Muttersprachlers beim Anfängerunterricht Deutsch als Fremdsprache

90 Paradigma insofern ein Fortschritt, als neben der Fähigkeit zur Bildung von Redemitteln auch deren Gebrauch in spezifischen Situationen Lernziel von situativ angelegten Lehrwerken ist. Eine Fremdsprache beherrschen heisst aber noch mehr, nämlich im Rahmen bestimmter Textsorten oder Interaktionsformen (Pragmatik) Propositionen (Lexik und Semantik) ausdrücken und Sprechintentionen sprachlich realisieren zu können.^ Es muss bei solchen theoretischen Überlegungen natürlich betont werden, dass diese Konzeptionen idealtypisch sind. Es dürfte kaum ein Lehrwerk geben, dessen Lehrinhalte überhaupt nicht praktisch angewendet werden können. Die Frage stellt sich nur, ob die kommunikativen Fertigkeiten bewusst geübt werden, oder ob der Transfer vernachlässigt wird. Es soll jetzt vor allem versucht werden festzustellen, welche Prioritäten die Verfasser der verwendeten Lehrwerke setzen, und inwieweit sie die vier Fertigkeiten Lesen, Schreiben, Hören, Sprechen berücksichtigen. a , Hurra! Der Zirkus kommt! I hirrá! Jön a cirkusz! Das Buch ist für die dritten Klassen der ungarischen Grundschulen konzipiert.^ Die Lexik umfasst ca. 300 Wörter (eine genauere Angabe ist nur schwer möglich, da das Vokabelverzeichnis am Ende des Buches nicht alle Wörter aufnimmt), wobei vor allem die europäische und aussereuropäische Tierwelt besonders berücksichtigt wird. Ob dadurch die Phantasie der Lernenden angeregt werden soll, kann nicht festgestellt werden. Das Buch besteht aus drei Teilen und weist offensichtlich eine grammatikalische Progression auf. Die Grundidee scheint darin zu liegen, in den ersten 20 Stunden die gesamten grammatikalischen Phänomene des Schuljahres mündlich vorzutragen und während des restlichen Schuljahres diese Strukturen schriftlich zu wiederholen. So sollten nach dem Lehrerhandbuch die Lernenden in der 12. Stunde beispielsweise in der Lage sein, folgende Dialoge zu verstehen und nachzusprechen: - Darf ich gehen? - Du darfst nicht gehen! - Darf ich gehen? - Jetzt darfst du gehen! - Dürfen wir gehen? -Ihr dürft nicht gehen. -Dürfen wir gehen? - Jetzt dürft ihr gehen!*' Die schriftliche Präsentation des Modalverbs "dürfen" folgt jedoch erst gegen Ende des Schuljahres.^

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