Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1990. Germanistiche Studien (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 20)
Anna Kavalecz, Über die Entwicklung der Sprechfertigkeit im Unterrichtsprozess
81 ANNA KAVALECZ ÜBER DIE ENTWICKLUNG DER SPRECHFERTIGKEIT IM UNTERRICHTSPROZESS "Immer strebe zum Ganzen und kannst du selber kein Ganzes werden; als dienendes schliess an ein Ganzes dich an." Dieser klassische Gedanke von Goethe ist mir eingefallen, als ich meine Erfahrungen und Unterrichtserlebnisse zusammenzusammeln versuchte. Denn gäbe es nun in seiner Komplexität so ein umfangreiches Thema wie die Herausbildung der Sprechfertigkeit im Unterrichtsprozess. Das scheinen mir die vielen Artikel, Beiträge der Fachliteratur, Vorträge und Diskussionen der Methodikertagungen zu beweisen. "Eine neue Erkenntnis muss so gesagt sein, dass man glaubt, die Spatzen auf dem Dach hätten nur durch einen Zufall versäumt sie zu pfeifen." - habe ich in einem der Aphorismen von Karl Kraus gelesen. Erkenntnisse in diesem Sinne habe ich nicht, bescheidene Erfahrungen aus der Unterrichtswirklichkeit aber doch. Unsere Zeit stellt immer wieder erhöhte Anforderungen an das Bildungsniveau und die Sprachkultur der Schüler. Diese letztere wurde auch als eine wichtige Komponente der Allgemeinbildung gekennzeichnet. Es ist dann kein Wunder, dass fremdsprachiges Können so einen hohen Wert in der heutigen gesellschaftlichen Praxis bekommt. Das Bedürfnis der Herausbildung der kontaktfähigen fremdsprachigen Kenntnisse der Schüler hatte im Sprachunterricht eine neue methodische Zielsetzung in den Vordergrund gestellt: die Kommunikationsfähigkeit. Die kommunikative Tätigkeit der Menschen wird - wie allgemein bekannt - durch die gesellschaftliche Praxis bestimmt, und zielt auf die Lösung der von dieser Praxis gestellten Aufgaben. Diese Aufgaben realisieren sich entsprechend der einzelnen Persönlichkeiten unterschiedlich. Diese unterschiedliche Ausprägung schafft ihre eigene Sprache. Der Sprachunterricht mit seinem allgemeinbildenden Wert dient der intellektuellen Erziehung und Denkschulung der Persönlichkeit. Sein Grundanliegen soll die praktische Aneignung der gesprochenen Sprache sein. In den pädagogischen Schriften von Luther habe ich folgendes gelesen: