Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1990. Germanistiche Studien (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 20)

Vesa Dittinen (Helsinki), "Öko-Faschismus" - eine Fallstudie aus Finnland

46 Schrebergartenfortschritt, beschränkt auf die Menschengattung, huldigen, ist dieser Fortschritt keiner, und er wird die miserabelsten Rückwirkungen auf uns selbst haben". Der technische Fortschritt sei darin mangelhaft, dass er "rein anthropozentristisch" begründet ist und die Natur nicht beachte (7). Zwar sieht Andreas-Griesbach die Problematik differenzierter als Linkola: sie kritisiert die Denkweise, die den Fortschritt überhaupt mit technischem Fortschritt identifiziert und bemerkt mit Recht, dass dieser nur "ein Binneniortschritt" ist. 6. Wenn man Linkola genauer liest, findet man bei ihm interessante Widersprüche, die am deutlichsten in seinem letzten und zugleich "theoretischsten" Buch zutage treten. Der Hauptwiderspruch betrifft die Bestimmung des menschlichen Wesens. Von seinem biologistischen Ansatz ausgehend, definiert Linkola den Menschen als ein Naturwesen. Später aber zeigt es sich, dass dieses "Naturwesen" als Folge einer "naturmässigen" Entwicklung antagonistisch der ganzen übrigen Natur gegenübersteht. Den Ausweg aus dem Dilemma sieht Linkola nun darin, dass der Mensch seinem eigenen Wesen Gewalt antut, sich selbst und seine Anmassungen freiwillig beschränkt, um die "irregegangene" Evolution wieder unschädlich machen zu können. Man muss also einen Teil der "Natur" beschränken, um die "Natur" überhaupt retten zu können. Die Frage lautet nun: wer macht diese Beschränkung? Handelt es sich um die Natur, die sich selbst korrigiert? Falls so, ist die Natur folglich - mindestens in einem Teil - ein Subjekt, d. h. die ursprüngliche antihumanistisch-biologistische Prämisse ist nicht stichhaltig. In der Tat scheint Linkola mit zwei Naturbegriffen zu operieren. Der erste umfasst sowohl die aussermenschliche Natur als auch den Teil des Menschen, der nicht imstande ist, die "irrige" Evolution zu korrigieren, sondern der naturwüchsigen Notwendigkeit sich unterwirft. Der zweite besteht aus dem Menschen, insofern er fähig ist. in die Entwicklung einzugreifen und seine Richtung zu verändern. Es ist hier eine alte Falle des Naturalismus, in die auch Linkola unvorhergesehen getreten ist. In der grossen Philosophie finden wir sie, z. B. bei Spinoza, formuliert und auch weitgehend gelöst. Nach Spinoza ist der Mensch solange unfrei, wie er ein Teil der natura natwata ist und "ex communi naturae ordine", d. h. sich innerhalb der modalen Welt beschränkend tätig ist. Frei demgegenüber ist der Mensch als ein Teil der natura naturans, denn damit ist er tätig "ex ductu rationis". Es besagt also herzlich wenig, wenn man den Menschen als "Naturwesen" definiert - das Entscheidende ist, auf welche Weise er das ist. Im eben genannten -

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