Az Egri Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1966. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis ; : Nova series ; Tom. 4.)
I. Tanulmányok az oktatás és nevelés kérdéseiről - Dr. Berencz János: Erkölcsi nevelési problémák a magyarországi vidéki pedagógiai sajtóban 1867—1945.
um in schweren Fällen sich anderswie verhalten. Es können aber auch einige weiter blickende, humanistische Äusserungen erwähnt werden, schon in den Jahren 1874/75. Ferner können wir auch einiges über Erziehung zum bürgerlichen Humanismus und zu den Fragen der Willens-, und Charakter-erziehung in unseren Provinz-zeitschriften lese. Auch heute finden wir einige bemerkenswerte Ansichten zum Beispiel über verschiedene Charakterfehler der Schüler — wie Lügen, Egoismus, Faulheit, Kleptomanie u. a. In manchen dieser Artikel finden wir reelle Beobachtungen, ein Suchen nach der psychologischen, entwicklungspsychologischen Motivation der genannten Fehler. — Im dritten Teil unseres Artikels wird das Zeitalter der Gegenrevolution zwischen den zwei Weltkriegen, kritisch behandelt (1919—1945). Die allgemeine Tendenz der bürgerlichen Pädagogik wird im Wesentlichen nicht verändert, doch wird der Inhalt und Stil der pädagogischen Zeitschriften schärfer reaktionär, agressiver nationalistisch und ausgesprochen antikommunistisch. Die Tongeber der pädagogischen Presse setzen sich manchmahl scharf gegen den altmodischen pädagogischen Liberalismus ein. Es wird ein grosses Gewicht auf die militärisierung der Erziehung gelegt, der militäristisch-reaktionären Jugendorganisation, der sogenannten „Levente". Dennoch können aber auch einige bürgerlich liberalere, objektivere Stimmen in der Provinzpresse erwähnt werden. In dieser schwerer Lage, wo die reaktionär autoritative, konservative Erziehung an Stärke immer zunimmt, kann man gewissermassen positiv den Einfluss der bürgerlich-liberalen „Reformpädagogik", die kinderpsychologische, pädagogisch-psychologische Forschungen bewerten. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass sich die pädagogische Praxis des Zeitalters vielseitig in den ungarischen pädagogischen ProvinzZeitschriften wiederspiegelt. Gewisse pädagogische Probleme werden häufiger und konkreter behandelt, wie in den Publikationen und Zeitschriften der Hauptstadt. Es kann auch die Tatsache nicht übersehen werden, dass wir in den Provinzblättern manche vernachlässigte Fragen und einige — verhältnissmässig — fortschrittliche Ideen, Bestrebungen lesen kann. (Dies gilt z. B. der Kritik der militaristischen „Kriegspädagogik", den moralischen Problemen der Auswanderung, den Problemen der Erziehung zur Liebe des Friedens.) 60