Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 2004. Band. 5. Germanistische Studien. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series)

DOMONKOS ILLÉNYI: Gedanken über die Gesellschafts und Geschichtsphilosophie von Walter Benjamin II

Gedanken liber die Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie. 43 Führerstaates, der etwa 1941 gegenüber den „Kleinmütigen" zu seinem Höhepunkt, Zenit gekommen war. In einer solchen Situation, an der Spitze einer Prátorianergarde aber auf einer breiten Massenbasis, die dem Führer zunáchst zage, dann militanter Glauben schenkte, verkündete nunmehr Hitler das Anliegen der Abwehr der linken und der plutokratischen Gefáhrdung landesweit dann weltweit. Es schien ein „dritter" Weg, bzw. ein Ausweg aus der nationalen und gesellschaftlicher Bedrángnis oder Entgleisung zu sein, der sich fáhig gebárdete, das vorgezeichnete historische Abenteuer auszuführen. Ein Führer solcher Art sollte messianistische Züge tragen, nicht nur im Politischen oder Kriegswesen besásse er Karma, sondern dessen Mythos dringe nach und nach alle Lebensbereiche durch, er soil nicht nur „Heil" habén und künden, sondern ein „Soter", das heisst, ein Erlöser sein. Der Grund dessen Glaubens war die merkliche Deklassierung der Kleinbürger und die Furcht davor, zur Zeit der allgemeinen Krise deklassiert zu werden. Diese reelle Angst beschwört den Anspruch der illusorischen Verteidigung durch die Mythosbildung. Dem Bediirfnis der Stabilisierung der sich senkenden Schichten widersprachen freilich nicht die angewandten radikalen Methoden und Ziele, die sich in der zweiten Hálfte der NS-Diktatur immer starker anbahnten, um zum Zweck der Aufbewahrung des Klassenfriedens, im Interesse der inneren Kohesion vorprogrammierte Kriege zu führen, ja friihere feudale Institutionen, soger Sklavenhalterverháltnisse — in eroberten Gebieten wiederzubeleben, z.B. in Polen, Westrussland. Der Führermythos darf nicht aus einer Quelle hergeleitet werden. Dazu gebrauchte man gewisse Ansátze des Barbarentums und des Mittelalters, die Befürchtungen des Kleinbürgertums, der entfaltenden Pauperisierung. Völlig neu war die Kompliziertheit der Vorgánge und die Einbeziehung der breiten Schichten der Intelligenz in die Mythosbildung. Auch Thomas Mann untersucht den angedeuteten Prozess, insbesondere die Rolle der deutschen Intelligenz in der Ausbildung des Mythoskreises. 9 Er ist nichts mehr und rúchts weniger, als eine Umkehrung der kleinbürgerlichen existenziellen Unsicherheit — in Richtung der illusorischen Sicherheit auf Kosten des erluchsten „Siindenbocks", der Nachbarn, der Lebensráume anderer Völker. So konnten diese im Wettlauf der Monopolé trostlos unterliegenden Schichten im Wege des leichtesten Widerstandes für die der gegebenen Struktur Vorstehenden, für das mit Hitler Burgfrieden abschliessende Monopolkap ital (so mit den Vertretern der Harzburger Front), für die an der ganzen Gesellschaft durch den Staatsapparat schmarotzenden Militaristen und Phantasten gewonnen werden. Die letzteren berücksichtigten und evaluierten mithin den Nationahsmus, die Sicherheitssucht und Herabsenkungsangst dieser

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