Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 2004. Band. 5. Germanistische Studien. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series)

DOMONKOS ILLÉNYI: Gedanken über die Gesellschafts und Geschichtsphilosophie von Walter Benjamin II

44 Domonkos Illényi Schichten und als geistigen Trost botén sie ihnen den Ubermenschen­und Führermythos, eine Art „religionslose Religion" als Segnung. Auch der genannte Mythos avisierte sich als gravierende Kraft im Menschenbewusstsein, als die „ins Leben" unrettbar gesetzten hilflosen Schichten und ihre Vorsteher, und dazu noch die weitere Radikalisierung scheuenden Vermöglichen Erfolg und Uberdauer über die Krise von realen und rationellen Methoden wohl kaum hátten erhoffen können. Im Interesse dieser antihistorischen Rebellion sollte nach dem Irrationellen, statt des Könnens und Wissens nach der Intuition und Empathie, statt der Wissenschaft, nach Pseudowissenschaft und Mythos gegriffen werden. Deshalb wurde es notwendig, Hoffnung und Vertrauen statt eines wohlweislichen Feldherrn und eines die Realitát gewahr werdenden Staatsmanns in den charismatischen Führer zu setzen, der in sich Absichten der Vermöglichen und gemeinsame Wünsche der die Herabsenkung Scheuenden und der vor einem ausufernden Nationalismus Berauschten verkörperte. Dieses trans zen dent ale Kraftpotential wurde eingangs von der Machtergreifung, schneller Konsolidation, danach von Erfolgen insbesondere den ehemaligen westlichen Alliierten gegenüber máchtig gesteigert. Dazu brauchte man freilich eine schöne Portion Manipulierung, Táuschung einzusetzen, um die karmatisch-mythische Uberlegenheit des Führers noch auch in Fachfeldern über den Experten allgemeine Aner­kennung finden zu können. Als „dieser Weisheit" letzter Schluss zeichnet sich das Angesicht des „Unfehlbaren" ab: die AufFassung der Fáhigkeiten des Führers als Absolutum, und zugleich die vielseitige Begründung des Daseins des Führers. Das ermöglicht uns, alle heilenden Tendenzen der Weltgeschichte in der Empathie und dem Entscheidungsvermögen des „Erwáhlten" wahrzunehmen. Auch Hitler selbst war sich dessen bewusst, dass die folgenden Generationen das von ihm vertretene System akzeptieren werden, falls er dafür Mythos schafft. „In den Burgen meiner Ordnung gedeiht der schöne selbsgerechte Menschengott zum kultischen Bild und so wird die Jugend zur náchsten Stufe der Mannesreife vorbereitet" 1 0 — so der Verfasser. Zur Erklárung der massenhaften Beteuerung und Akklamation für den Nationalismus erwáhnten wir das Gefühl der überallhin vorhandenen Unsicherheit und Ausweglosigkeit. Dazu gesellt sich noch auch bei Walter Benjanin die kosmische Besorgnis im 20. Jahrhundert. Besorgniserregend war das Chaos um die Menschen, das den Friedensvertrag, den gan­zen Stabilisierungsprozess von G. Stresemann und insbesondere die Restitutionskrisen von 13 Jahren verfolgte. Die stándigen politischen Auseinandersetzungen, das par lament arische Gewurstel unterminierten den Wert der autonomen menschlichen Entscheidung, gleichsam erzwungen das

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