Diakonia - Evangélikus Szemle, 1985
1985 / 1. szám - Summary, Aus dem Inhalt
-96 DIAKONIA Lutherische Rundschau Aus dem Inhalt Am Beginn der Ausgabe dient Paul Tillichs vor Universitätshöreren gehaltene Predigt über Mt 14,23 der Meditation (Loneliness and Solitude. In: The Eternal Now. London (1963). Bischof Zoltán Káldy überblickt die letzten 40 Jahre der Lutherischen Kirche in Ungarn in der neuen politischen und gesellschaftlichen Situation seit Ende des zweiten Weltkriegs. Er charakterisiert diesen bis in die Gegenwart reichenden kirchengeschichtlichen Abschnitt als den Weg zum mündigen Christentum. Gott ist größer, als wir glaubten, und auch das Evangelium ist mächtiger — stellt er fest und spricht von der Notwendigkeit eines stärker belastbaren Glaubens und umfassender Liebe. Bischof Gyula Nagy zieht eine Bilanz der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes vom letzten Sommer in Budapest in seiner Abhandlung „Aktive Hoffnung”, die in ausführlicherer Form in Nr. 1/1985 der westdeutschen Ökumenischen Rundschau erschien. Er beschäftigt sich mit der theologischen Arbeit der Vollversammlung, ihrem besonderen Hintergrund (Diasporakirche und sozialistische Gesellschaft) und überblickt dann ihre Bedeutung. Wir brigen Vor- und Nachwort aus „Zeitgemäßes Bekenntnis”, einem als geistliche Erbschaft hinterlassenen Manuskript in Buchstärke des 88jährig verstorbenen Lie. Dir. Károly Karner, des namhaften Professors für Neues Testament. Die für seine Kinder und Enkel gedachte Schrift richtet sich ebenso an die gläubige, suchende oder über Existenzfragen nachdenkende Intelligenz, für die er außerordentliche Verantwortung fühlte. Der marxistische Philosophiehistori- ker L. Ferenc Lendvai untersucht die prinzipiellen und historischen Grundlagen des Dialogs zwischen Christen und Marxisten. Das Wesen des marxistischen Atheismus sei nicht irgendeine „Gottesleugnung”, sondern der Marxismus als wissenschaftliche WeltanHerausgegeben von der Lutherischen Kirche in Ungarn Verantwortlicher Schriftleiter: Dr. Zoltán Káldy Schriftleiter: Imre Veöreös Schriftleitung und Verlag: H—1088 Budapest, Puskin u. 12. Erscheint zweimal jährlich. Bestellungen an obige Adresse. Abonnement pro Jahr: 110,— Forint. schauung nimmt die Existenz Gottes nicht als Voraussetzung mit auf. Die Hauptidenitiltät bzw. — differenz zwischen Marxismus und Christentum sieht er in der Vefrkündung humanistischer Ideale durch beide bzw. im Bestreben des Marxismus, sie in der Sphäre der Immanenz zu verwirklichen. Frühere Gegensätze zwischen ihnen habe die erfolgte Konsolidierung aufgelöst, was zu langfristiger Zusammenarbeit und zum Dialog führte. Vor 100 Jahren wurde der Theologieprofessor Pál Podmaniczky geboren. Er gehörte zu den ersten Fackeln des ungarischen geistigen Erwachens im 20. Jahrhundert. In ihm traf sich ein tiefgläubiges Herz mit der zeitgemäßen theologischen Informiertheit. Er entdeckte Kierkegaard für seine Schüler, war ein selten begabter Schriftsteller, ein fortschrittlicher Kurier des Missionsgedankens, einer der ersten Förderer finnisch-ungarischer kirchlicher Beziehungen und ein noch bedeutenderer Erzieher als Lehrer. Sein Lebensweg und seine Bedeutung wird von dem Theologieprofessor Gyula Groó dem Leser nahegebracht. Deir junge Zürcher Neutestamentler Hans Weder entdeckt in seiner Studie mit scharfem Auge verwandte Züge der Apokalyptik zur Zeit Jesu und der heutigen Denk- und Verhaltensformen: die Abwertung der Möglichkeiten der Gegenwart im Interesse einer „besseren Zukunft”, die Absicht, das Böse mit Gewalt zu beseitigen, totale Anwendung der Gewalt, selbstsüchtige Enteignung des Ziels der Geschichte, Verdrängung der einzelmenschlichen Persönlichkeit usw. Sowohl Jesus als auch Paulus haben die Apokalyptik kritisiert. Davon ausgehend weist der Autor die heutigen Erscheinungsformen der Apokalyptik ab und zeigt die wahren Grundzüge der menschlichen Existenz auf: der Glaube an das Vorhandensein des Heils und die Hoffnung auf die Zukunft Gottes. Außerdem bringen wir das vollständige Inhaltsverzeichnis.