Társadalomtudomány, 1927 (7. évfolyam, 1-8. szám)

1927 / 6-8. szám - VISSZHANGOK

mássig in den Besitz einer clique-artigen revolutionáren Minderheit ge­langt. Der Marxismus statuiert weiterhin anstatt geistiger Sozialgebilde mechanische Sozialgebilde. 2. Die Rolle der organischen Sozialgebilde: „Gemeinschai'ten." Im Marxismus lében die rationalistischen und libera­listischen Organisationspláne weiter. Diese Lehre ist schroff intellek­tualistisch, hat keinen Sinn íür die organischen Bestandteile (Gebilde) der Gesellschaft. Bis in das XX. Jahrhundert hinein hat die marxis­tische Sozialdemokratie (0. Bauer) keine Theorie der nationalen „Ge­meinschaft" ausgebildet (von Kautsky falsch interpretiert). Statt elasti­scher Gemeinschaften will der Marxismus intellektualistische Produkte: ,,Organisationen" funktionieren lassen. Die gemeinschaftlichen Solidari­tátsgefühle verschwinden. Staat und Nationalitát scheinen überflüssig zu werden, die zu organisierenden „Klassen" treten an ihre Stelle. 3. Die Klasse als Tatsache und als Aufgabe. Die Klasse, ein Grossgebilde, kann ein Tráger, nicht aber ein Ausbilder der Solidaritát und des Gesell­schaftswillens sein. Der Marxismus gründet sich ausschliesslich auf Egoismus: der individuelle und der kollektive Egoismus' finden sich im Klasseninteresse zusammen. 4. Die Normen der Klassen. Das Klassen­interesse ist teils ein Faktum, als solches Gegenwart, teils ein Postula­tum, als solches auf die Zukunft hinweisend. Als Norm ist das Klassen­interesse eine Pseudo-Norm. Streng genommen ist der Marxismus fata­listisch, naturalistisch, die Normen sind nur die zu „fördernden" Natur­gesetze (bzw, Entwicklungsgesetze). Die Glieder der Klassen sollen (als eine Naturmacht) in ihrem Massenzusammenhange fungieren, sollen auch so aufgefasst werden. Ein reín wirklichkeitswissenschaftliche (so­ziologische) Theorie der Klassen fehlt: die Klassen werden nur als revo­lutionáre Hebel betrachtet. Das ist eine ,,beziehungstheoretische" Auf­fassung, welche im sprachlichen Ausdrucke (,,klassenlose" Gesellschaft) zum Vorschein kommt. Marx sieht nur die „Abhángigkeit" der einzelnen Klassen von einander. Bei einer ,,Abhángigkeit" ist die Annahme zweier Glieder denknotwendig. In der Zukunftsgesellschaft bleibt nur das eine übrig, es entsteht sodann eine „einklassige", und nicht ,,klassenlose'' Ge­sellschaft, Die sog. klassenlose Gesellschaft ist eine einklassige Gesell­schaft, in welcher die einzige Klassenfunktion (das Abweisen jener Ab­hángigkeit: ,,Klassenkampf") unmöglich wird. Da aber diese Abhángig­keit der wesentliche Bestandheit des Begriffs der Klasse ist, werden die Klassen selbst mangels Abhángigkeit verschwinden. Eine andere Eigen­tümlichkeit: die Bezeichnung der sog. „oberen Klassen" deutet darauf hin, dass diese wiederum keine Klassen sind, sondern eine zu erstür­mende soziale „Position." 5. Die Funktionen der Klassen. Auf diesem Gebiete fehlt ein gründliches Stúdium. Da eine gánzlich unproduktive Klasse aufgenommen wird, welche ohne Beschádigung der Gesellschaft abgeschafft werden kann, tönen fortwáhrend nur die Kriegsformeln aus dem Marxismus heiaus: Klassenkampf immer und über alles. 6. Das Klassenproblem als Erscheinung eines Übergangszeitalters. In unserem Zeitalter wurde das Klassenproblem oft in rein merkantilem Sinne auf­geworfen: die Klassen sind nur egoistisch handelnde Gruppén zur Er-

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