Duna népe, 1937 (3. évfolyam, 4, 6, 10, 11. szám)

1937 / 6. szám - Kulturális közeledés a dunai népek között

körökben is, ahol franciául, vagy németül mindenki tud, a szomszédos dunai népek nyelve egészen ismeret­len. Ritkaság számba megy az, aki szerbül, románul, vagy tótul tud s ezek közül is csak igen kevesen fog­lalkoznak tudományos szempontból szomszédaink éle­tével. Pedig a magyar tudományos világnak volna kötelessége az, hogy megszervezze azt a tudományos munkát, amely a dunai népek egymáshoz való viszo­nyát világítaná meg. Ilyen irányban azonban még ed­dig semmi sem történt. A tudományos világ megelég­szik azzal, hogy sokszor céltalan vitákat folytat a ma­gyarok, a tótok vagy a románok prioritásáról, így ép­pen azokkal a témákkal foglalkozik, amelyek nem a közeledést, hanem az elválasztást idézik elő. Kétség­kívül fontos ez, de nem szabad a végletekig menni. Ezzel csak utánozzuk ezeknek a népeknek parvenü­politikáját, de a népek közti közeledést nem visszük előre. Tudományos, kutatásainknak különösen a tör­ténettudmánynak és a hungarologia többi ágainak az lenne a feladata, hogy a kapcsolatokat dolgozzák fel s ne csak olyan kérdéseket, amelyek ujabb ellentéteket szülnek. Ha a magyar kutatás foglalkozni kezdene ezekkel a témákkal, feltétlenül bekövetkezne az, hogy barátságosabb viszhangokat kapnánk a szomszédos né­pektől. Az pedig, ha a kulturális érintkezések másik formáját választanánk, hogy műveltségünk egyes ágait a szomszédos népekkel is megismertessük, nem lehetet­len, hogy a magyarságnak nagyobb feladata van, mint az, hogy elmerüljön a napi politika mocsarába. Szere­pünk a Dunai menltén mindig jelentékeny volt s most sem mondtatunk le atrról, hogy Európának ebben a részében megkapjuk azt a helyet, amelyet kulturális teljesítményünk folytán megérdemlünk. Ehhez azon­ban az szükséges, hogy találjunk valami útat arra, hogy a Dunamedencét kulturális összetartozását meg­merítsük. Lengyel Tamás dr. Sozialprogramm und Pharisäismus (Drei Buchrezensionen) Ermatinger, Gerold; Kapital und Ethos. Die sozialen und kulturellen Taten des schweizerischen Privatlkapitals im 19. und 20. Jahrhundert. Erlenbach—Zürich: Rotapfelverlag 1936. 304 S. sfr. 6. 75 Lw. sfr. 8. 40. Larmann Hanns: Christliche Wirtschaftsethik in der spätrömischen Antike. Berlin: Furche-Verlag 1935. 184 S. br. RM. 3. 80 Lw. RM. 4. 80. Gide, Andre: Zurück aus Sowjetrussland. Deutsch von Ferdinand Hardekopf. Zürich: Jean Cristophe-Verlag 1937. 130 S. br. sfr. 3. 50. Die Schweiz, die noch zu Beginn des 19. Jahrhuderts als eines der ärmsten Länder Europas angesehen wurde, ist heute eine der grossen internationalen Weltmächte. Auf den unleugbaren Sparsinn des Sschweizer Durchschnittsbürgers wird man, angesichts beschränkter Verdi enslmögJichkeiten, diese Entwicklung nicht zurückführen. Sie basiert vielmehr auf den gewaltigen Kapitalakkumulationen der seitdem ent­standenen schweizerischen Grossindustrie. Es ist inoch die Frage, ob dieser schweizerische Reichtum die Schweizer glücklicher gemacht hat, und es pflegt in der Schweiz selbst Vorwürfe gegen das Schwerkapital nur so zu hageln, weil es die Politik der Eidgenossenschaft nicht nach eidgenössischen, sondern nach seinen Kapitalsinteressen zu lenken wisse. Zur Verteidigung ist das Buch von Ermatinger geschrie­ben, dessen splendide Ausstattung auf Herkunft aus den Kreiseu der Betroffenen schliessen lässt. Ermatinger erzählt die Ikulturellen und sozialen Grosstaten schweizerischer Grosskapitalisten: Stiftung von Museen, Bibliotheken und Spitälern, Arbeiterfürsorge usw. Er entwirft zur Illustration eine Reihe von Lebensbildern, besonders das des berühmten Mäzens Alfred Reinhart in Winterthur. Man hat das alles bisher noch nicht so übersichtlich beisammen gehabt. Aber es überrascht nicht. Man erinnert sich an die Theorie von Max Weber von der Entstehung des kapitalistischen Geistes aus dem Calvinismus. Auch die Schweiz ist ein caivinistisches Land und hat im Laufe der Säkularisation den Calvinismus ebenso aus sich entbunden wie die calvinischen Holländer, Hugenotten, Schotten und Nordameriker. Von [dort her sind uns asketisches Arbe ts­ethos und die daraus entstehende Geldanhäufung ebenso bekannt wie das weitherzige Mäzenaten- und Stiftertum, das einen Teil des Erarbeiteten wieder der Allgemeinheit zukom­men lässt. Es! steht nur zur Frage, ob dieses verschwendende Kapitalistentuni des säkularis erten Calvinismus sich mit dem Christentum des ursprünglichen) Calvinismus deckt. Es stimmt z. B. ganz und gar nicht mit dem Geiste der Bergpredigt überein, wenn wohltätige Stiftungen von ihrem Stifter mit dem Schweiss und Elend anderer Menschen bezahlt werden. Zudem ist es ein sonderbares Christentum welches die Ver­fügung über oft zweifelhaft erworbene Reichtümer dem Gewissen, lies: Belieben, des Einzeln überlässt der manch­mal von seinem Gewissen auch keinen Gebrauch macht, wie z. B. der grösste. aber auch rücksichtloseste aller Schweizer Grossindustrieil, Alfred Escher dessen; Lebensbild bezeichnen­derweise bei Ermatinger fehlt. Der Prediger auf dem Berge hat solches Verhalten jedenfalls nicht Christentum genannt, sondern Pharisäertum. Diese Sünde ist aber keineswegs erst ein Kind des 19. Jahrhunderts. Wenn der der bekenntnisstreuen Protestan­tismus angehörende Berliner Privatdozent Hanns Larmann, leider teilweise auf so bedenkliche Quellen wie Gustav Ruhland gestützt uns über die Wirtschaftsethik der Kirchen, väter belehrt, erzählt er ungewollt die Geschichte der Um­bildung des weltflücht gen Kleihen-Leüte-Christentums in das Staatskirchentum Es scheint dem Autor kaum aufzufallen, dass manche der wirtschaftsethischen und politischen Bemer­kungen der Kirchenväter so radikal klingen, dass sie heute nur durch ihre Herkunft, von Kirchenvätern dem Rotstift des Staatsanwaltes entgehen. Die Worte haben seitdem nicht gewechselt, wohl aber die Taten. Man hat sich sukzessive dem byzantinischen Kaisertum, dem mittelalterichen Feuda­lismus, dem merkntilistischen Absolutismus und dem bürger­lihcen Kapitalismus anbequemt, und wenn man heute ange­sichts des Zusammenbruches aller dieser Gewalten sich auf das ursprüngliche Sozialprogramm der Kirche wieder besinnt, wundert man sich, dass man einem nicht glaubt. Des Rätsels Lösung ist aber ganz einfach. Nicht die Worte, sondern nur die Taten glaubt man dem Pharisäer. Dass dieser Pharisäismus aber auch auf der anderen Seite zu Hause ist, beweist schlagend das so schnell berühmt gewordene Buch von Gide. Der eingefteichteste Individualist des individualistischen Frankreich wendet sich aus Ekel vor Europa dem Kommunismus zu, den er in Russland kennen­lernt, um asbald vor Europa ein reuiges Bekenntniss abzu­legen. Gide ist entsetzt und empört über das, was er in Russ­land gesehen hat: Unwissenheit und Hochmut, Arbeitsvers­klavung, Knechtung der Menschenwürde und, am empörend­sten Verbrämung dieser Niederträchtigkeiten mit revoutio­nären Phrasen. Dieser letzte Umstand erklärt ein merkwürdiges Räsel. Das Buch von Gide, schlagendste Anklage gegen den Bolsche. wismus, ist in einigen durchaus antibolsew stischen Ländern verboten worden, Sicher nicht aus Liebedienerei gegen Moskau. Sondern in der richtigen Erkenntnis, dass der auf­22

Next

/
Oldalképek
Tartalom