VJESNIK 1-2. (ZAGREB, 1915.)
Strana - Sveska 3. i 4. - 284
284 Ochrid selbst bedroht. 59 Aber Durazzo. von einem Neffen des Kaisers verteidigt, hielt sich gegen die Angriffe Boemunds, der die Mauern mit Kriegsmaschinen, beweglichen Türmen und unterirdischen Gängen zu nehmen suchte. Mit allem Nötigen wurde die Stadt zur See beson ders über Alessio versorgt, denn die Wege von Alessio nach Prizren und Skoplje waren infolge der erzwungenen Ruhe der Serben für die Byzantiner ganz sicher. 60 Nachdem Boemund durch Mangel und Seuchen bedeutende Verluste erlitten, musste er sich zu einem wenig glänzenden Frieden verstehen (im September 1108) und Albanien voll ständig räumen. 61 Dafür aber verlor das Kaisertum im J. 1107 tat sächlich das bisher von Venedig bewachte Thema Dalmatien an den ungarischen König Koloman, wenn es auch fernerhin (1111) auf das selbe wie auch auf die kroatischen „Vasallen" und die in den serbi schen Händen sich befindenden Teile des Themas Dyrrhachion virtuell einen Anspruch erhob. 62 Mit der Okkupation Dalmatiens tritt Ungarn in die Reihe der Erbfeinde von Byzanz ein und als Kaiser Emanuel im stolzen Bewusst sein einer Machtfülle, deren Grundlagen schon zu schwinden begannen, historische Rechte des Kaisertums mit Waffen geltend zu machen sich anschickte, befanden sich Ungarn, Normannen und Serben in einem Lager (1148—1154). Die dritte Invasion der Normannen, die während des zweiten Kreuzzuges über Korfu, Korinth, Athen geschah (1148), wurde blutig zurückgeschlagen 63 und mit voller Wucht wen dete sich Emanuel gegen die Serben und Ungarn. Zehn siegreiche Kriege (1150—1155; 1154—1168) mit den Ungarn, die, wie es scheint, einzelne Raids bis vor die Tore Durazzos wagten, 64 wurden auf ver schiedenen Schlachtfeldern von Banat und Syrmien (Zemun, Semlin) bis 59 AAlb 1, 79 Vgl. Hertzberg, Geschichte Griechenlands 269. 60 Jireček, G. der Serben 1, 241. 61 Chalandon, Essai sur le règne d'Alexis I (Paris 1900) 242ff. 62 AAlb 1, 80. Diese von allen bisherigen Forschern vernachlässigte Urkunde zeigt unter anderem besonders, dass die These, Alexios hätte Dalmatien für Hilfeleistung gegen Boemund an Koloman formell abgetreten (Šišić, Vjes. ark. društva 10 [1908 — 09] 81 u. 108; Priručnik izvora I 1 [Zagreb 1914] 594), kaum richtig sein kann. Vgl. Sufflay, Ung. Rundschau 4 (1915), 888. 68 KapHerr, Die abendländische Politik Kaisers Emanuel 37; Vasiljevskij, Iz istoriji Vizanta, Slavj. Sbornik 2 (1887) 215f. Grot, Iz istoriji Ugri i Slavjanstva (Var šava 1889) 141 f. 64 Hieher ist, wenn sie überhaupt einen historischen Hintergrund hat, die Nach richt des ungarischen Anonymus (cap. 45) zu setzen: „ipsi vero coeperunt equitare ultra portam Vacil — habuerunt totam terram a civitate Durasu usque ad terram Rachy". Ueber diese Quelle s. Sebestyén, Ki volt Anonymus Budapest 1898), dazu be sonders Erdélyi, Törtenelmi Szemle 3 (1914) 193f. Die Form Durasu ist altfranzösisch.