VJESNIK 1-2. (ZAGREB, 1915.)
Strana - Sveska 3. i 4. - 278
278 Bulgaren beim Araber Jahja, Bulgarini in der St. Vladimirslegende bei Diocleas, Bulgaria der Kreutzfahrer und Normannen bei Durazzo und Valona. 24 Die vernichtenden Kämpfe Basilios II. (946 —1025) hatten meist hier, im Innern Makedoniens und Albaniens ihren Schauplatz und ihr Abschluss eriolgte bei Dyrrhachion, welche Stadt eine Zeitlang der auf einer Insel im See von Prespa und im festen Ochrid residierende Bul garenkaiser Samuel 25 in seiner Hand hielt (989—997), indem er dieselbe als Schwiegersohn des dortigen Bürgermeisters Johann Chryselios (itpwTSüwv, Cursilius toparcha) besetzte. Damals drang Samuel auch weit gegen Norden vor. Nach Presbyter Diokleas nahm er in der Burg Oblik (Obliquus, Oblich) bei Skodra 26 den Fürsten von Dioklien Vladimir gefangen, den er dann mit seiner Tochter Kosara verheiratete und dem Schwiegersohn ausser dem Erblande auch einen grossen Teil der by zantinischen Provinz Dyrrhachion (totamque teram Duracenorum) über liess. Der Bulgarenkaiser soll damals auch Dulcigno belagert und ganz Süddalmatien verwüstet haben 27 . Nach dem Siege der Griechen bei Spercheios (996) in Nordgriechenland eroberte die byzantinische Flotte Dyrrhachion durch Verrat zurück. 28 Der dortige bulgarische Truppen befehlshaber Ašot, ein armenischer Emporkömmling, entfloh rechtzeitig, der Bürgermeister Chryselios erhielt aber den Rang eines Patrikios. Im J. 1017 fiel der letzte Zar von Ochrid Johannes Vladislav bei einer Belagerung von Durazzo im Kampfe mit dem dortigen byzantinischen Statthalter Niketas Pegonites. 29 Wie besonders der Fall Chryselios zeigt, war das Thema und die Stadt Dyrrhachion infolge des westbulgarischen Druckes am Ende des 10. Jahrhunderts auch innerlich stark zurückgegangen. Denn während an der Wende des 9. Jahrhunderts hier noch erstklassige byzantinische militärische Statthalter, zugleich auch Admirale einer starken adria tischen Flotte (Niketas Ooryphas 867, Leon Rhabaduchos, später Lo gothet TOÖ SpöjxoD 917) walteten und noch 949 in Dyrrhachion ständig sieben Schiffe der kaiserlichen Linienflotte (xb ßaaducov rcX6ï|Aov) an 24 Jireček, Arch. slav. Phil. 21 (1899, 546. Prokić, Postanak jedne slavenske carevine u Macedoniji u 10. veku, Glas srp. ark. 76 (1908) pass. 25 Prokić, Početak Samuelove vlade, Glas 64 (1901) 25ff. 26 Jireček, Glasnik srp. geogr. društva 3 (1914) 165 = Thallöczy, Illyrischalb. Forschungen 1, 116. 27 Presbyter Diocleas (ed. Crnčić) 41f. 28 Prokić, Die Zusätze in der Hs. des J. Skylitzes, Cod. Vindob. (München 1906) n° 14 u. 22. Jireček, G. der Serben l, 204f. Nach Lupus Protospatarius wurde Dyr rhachion erst 1105 zurückerobert (M. G. SS. 5, 56). 2 » Jirećek, Glasnik srp. geogr. društva 2 (1913), 189 = Ung. Rundschau 3 (1914) 393 = Thallöczy, Illyrischalb Forschungen 1, 159.