VJESNIK 1-2. (ZAGREB, 1915.)
Strana - Sveska 3. i 4. - 279
279 kerten 30 , überliess man um das Jahr 1000 das Amt des Statthalters wiederholt 31 dem Bürgermeister, ähnlich wie im 11. Jahrhundert in den Resten des im Range sehr niedrig gehaltenen Themas Dalmatien dem Prior von Zara. Für diese Zeit ist auch anzunehmen, dass sich gegen die Westbulgaren an der Südgrenze des Themas um Klissura (Clau sura), Belgrad (Berat) und SpinarizaValona besondere kleine Grenz provinzen herausbildeten mit Klissurarchen an der Spitze als Embrya der byzantinischen Kapitanate im 13. Jahrhundert 32 . Bald aber stieg die Wichtigkeit und auch die Sorge der zentralen Gewalt um dieses Thema zu einer sonst niemals erreichten Hohe und im 11. Jahrhundert kann man Dyrrchachion als die Aorta des byzan tinischen Reiches bezeichnen. Dies erwirkte das Erscheinen der Nor . mannen, die nach der unaufhaltsamen Eroberung Süditaliens als Va salle der Päpste einen entscheidenden Schlag gegen Byzanz zu führen drohten, der Schrecken der normannischen „Raupe und Heuschrecke", wie Anna Komnena den Robert Guiskard und dessen Sohn Boemund nennt, ferner der Aufschwung des serbischen Zentrums von Dioklien, Tribunien und Zachlumien, welches im 11. Jahrhundert die Vormacht dieser Nation darstellte, endlich das periodische Aufflackern der bulga rischen Lebenskräfte unter Peter Deljan, der sich vorübergehend 33 auch Durazzos bemächtigte (1040), und unter Georg Vojtên, einem Boljaren aus Skoplje, der den ersten Versuch einer bulgarischserbischen Alli ance gegen Konstantinopel bewerkstelligte. 34 In den Strudel der Ereignisse, die den ersten militärischen Zu sammenstoss zwischen Orient und Okzident auf dem Gebiete des Themas von Dyrrhachion vorangingen, wurde die ganze Küste von Zara bis Valona und Gliky in Altepirus hineingerissen. Durch Minen arbeit und auch offene Gewalt wurde die romanische bzw. slavische Bevölkerung der adriatischen Küste ihrer Apperzeptionsfähigkeit ent sprechend für die päpstlichnormannische Offensive oder aber für die byzantinische Defensive bearbeitet. Aus Durazzo gingen die Fäden aus, 3U Const. Porphyr. 1, 664 u. 668. 31 Diocleas, der den „Cursilius toparcha" kennt, erwähnt auch eine „crux Cur silii" bei Skutari an der Stelle, wo derselbe angeblich auf einem Feldzug gegen die Serben fiel (Jireček, G. der Serben 1, 205 N. 2). Es scheint also, dass Chryselios auch nach der Wiedereroberung Durazzos Statthalter verblieb und somit auch die Militär gewalt inne hatte. 32 AAlb 1, Index unter Clausura, Belgrad, Spinariza. 33 Kedrenos 2, 543; Kekaumenos 25f. Prokić, Die Zusätze n° 24, 62. Jireček, G. der Serben 1, 232. 34 Prokić a. a. O n° 68—70. Zur Chronologie Seger, Nikephoros Bryennios (München 1888) 120.