VJESNIK 9. (ZAGREB, 1907.)
Strana - 62
62 Steitrosz, Ich genannt, durch einen mächtigen Sprung über einen tiefen breiten Graben, gerettet. Mein Stabstrompeter ward da gefangen. Ich sammelte wieder meine Leute, rückte vor, und machte die Sache wieder gut. Da bekam ich die Ueberzeugung, dasz der Hussar an der Tapferkeit verliert, wen er an Geld, oder Goldeswerth gewint. Ich konnte diesen Fal meinen Hussaren nicht leicht verzeihen, und dachte auf Mittel durch eine Erschüterung den tapferen Geist wieder zu erwecken, und da meine Estandarden auf immer zu fesseln. Nicht lange stand an, als sich hiezu eine schicksame Gelegenheit darboth. Ich bekam von Suvaroff den Befehl mit meinen Regiment zur Belagerung von AUessandria nach Piémont zu marschieren. Auf meinen Dahinmarsch bestahl ein Hussar, der nicht lange .vorhero wegen Diebstahl stark gezüchtiget wurde, seinen Corporalen. Als ich in Piacenza einrückte, wurde mir dies gemeldet. Den folgenden Tag sollte der Marsch fortgesetzt werden. Als das Regiment früh zum Abmarsch bereit, angestelt stand, liesz ich über den diebischen Hussaren Standrecht halten, und todt schiessen, Darauf liesz ich das ganze Regiment absitzen, absatteln, die Mäntelsäcke aufschnalen und mit den Befehl: Alles genau durchvisitiren, Alles erbeutete hinter die Fronte auf Haufen aufschichten. Dann wieder satteln, aufpacken, aufsitzen und richten. Als Alles zum Abmarsch fertig war, sagte ich der unzähligen Menge der Zuseher mit lauter Stimme „Italiani ! II mio Regimento vi fa Regalo di tutte quele cose, che dietro le fronte si trovano!" Ein stummes Erstaunen bemächtigte sich aller Gemüther. Ich liesz mit Zügen links abmarschiren, und trat durch die Trompeter Aufzüge blasen lassend meinen weiteren Marsch an. Als ich ohnfern von AUessandria des Regimentes Anrückung melden liesze, kam der gröszte Theil der Generalität das tapfere Regiment zu bewillkommen. Die schöne Haltung, Ordnung, und Säubrigkeit nach so vielen Fatiguen, konnte nicht genug bewundert werden. Suvaroff befahl das tapfere schöne Regiment zu schonen und behielt mich bey sich in Lager. In dieser Zeit kämmen schon Zeitungen und Extrablätter über unsere Siege an der Trebia zur Armee. Mit Erstaunen sah ich mich, und mein tapferes Regiment in den Extrablatte ganz ausgelassen. Die Kränkung über diese schändliche Ungerechtigkeit meines Officiers Corps stieg aufs höchste. Sie tratten zusammen, verfaszten ein Attestat mit Siegel und Unterschrift über meine bey diesen drey Schlachten vorzüglich geleisteten Dienste und Auszeichnung, und den anderen Tag übergaben sie mir selbes mit der dringenden Bitte, dieses schreiende Unrecht höheren Orts anhängig zu machen. Um den vorgeschriebennen Dienstweg nicht zu übergehen, gieng ich zum Generalen der Cavalerie und ad Latus des Suvaroff Commandirenden Melas. Mein Brigadier Fürst Johann Liechtenstein, der mich sehr schätzte war eben zugegen ; als ich mein Anliegen vortrug, gab mir Melas zur Antwort. — „Sie haben erst bey Cassano den Theresia Orden erhalten." Dies empörte mich. Ich gab zur Erwiderung: „Euer Excellenz ich diene nicht als Taglöhner, der für jeden Dienst, den er leistet, belohnt sein will. Allein sehnlichst gewunschen hatt ich durch neue Thaten, Seiner Majestät dem Kayser meine Dankbarkeit für die mir erzeigten Gnaden zu bezeigen. Kaum ausgesprochen wurde mir nicht wohl, ich bekam auf der Stelle das Fieber. Liechtenstein bemerkte es. Kam zu mir, und sagte theilnehmend :