VJESNIK 9. (ZAGREB, 1907.)
Strana - 63
63 „Knexevich Ihnen ist nicht gut?" und begleitete mich zur Thür hinaus. Von der Stunde an verfiel ich in ein hitziges Gallenfieber, welches in eine Nervenkrankheit überging, und ich nach Pavia gebracht werden musste. Der berühmte Doctor und Professor bei der dasigen Facultät Carminati behandelte mich. Dies war das Werck des Otts, der des Melas Schwachgeist zu benutzen wusste. Als mich Carminati nur halbwegs hinausgerissen hatte, doch besorgliches schleichendes Fieber zurückblieb, wurde durch ein Consilium medicum, nie mehr eine vollständige Genesung hoffend, eine Luftveränderung beschlossen, und mich nach Görz zu bringen bestimmt. Erzherzogin Amalia erfuhr es, und nebst einen theilnemenden Brief schickte mir die wohlthätige Frau zur bequemmen Reise einen Batard englischen Wagen, den ich noch dato habe, und stets in guten Stande und Ehren halte. So unglücklich, und traurig meine Lage zu seyn schien, so war es im Grunde doch mit viel Glück auf spätere Zeiten verbunden. Ohngeachtet der Kayser meine durch Erzherzogin Amalia unterschtützte Bittschrift mit Bestimmtheit bezeichnet hatte, dennoch trug mir der Hofkriegsrath mittelst einer Verordnung auf; die Rechtsmässigkeit unseres Besitzthums in der Lika, und Korbavien zu beweisen, Der berühmte Advocat zu Görtz Namens Savio nahm die Beantwortung auf sich, wovon das Original unter meinen Schriften aufbewahrt ist, worüber Alle weitere Grübeleyen und Neckereyen aufhörten und verstummten. Gewis ist es, hätte mich nicht das Schiksal nach Görtz verschlagen, wo ich auf diesen vortreflichen Advocaten sties, der Hofkriegsrath würde alles wieder unterschlagen, oder wenigstens in die weiteste Länge gezogen haben. Nach einer Krankheit von vier Monaten, noch nicht ganz hergestelt, kehrte ich zu meinen Regimente zurück, welches ich zu Carmi in Piémont antraf. Die Freude meiner braven Hussaren, als ich zurückkam, beschreibt keine Feder. Das Glück war ihnen in meiner Abwesenheit minder günstig. Ich fand Sie sehr abgerissen, an denen nöthigen Montours Stücken nothleidend. Alles was ich vermochte, both ich auf dennen Mängel abzuhelfen. Es glückte mir. In wenig Wochen war Alles wieder in Ordnung, gut und schön, und meine braven Hussaren von neuen begeistert. Suvaroff, ja mein unvergesslicher Suvaroff, befehligte nicht mehr unserere Armee. Er musste mit seinen Russen in die Schweiz. Melas war unser Feldherr, und mit Armee in Genuesischen. Ich kam als Vorpostencommandant nach Borgo San Dalmazzo, und hatte die Aufsicht über die Thäller, und Avenuen von Giesso, Štura, Vraira, Grana, und Maira. Durch meine Kundschaftnachrichten aus der Provence, vorzüglich aus Barcellonette war ich genau, und umständlich unterrichtet von der Zusammenstellung einer Armee in Dijon, und Vorrückung derselben unter Oberbefehl des damahligen ersten Consuls Bonaparte gegen Italien. Durch gewählte Officiers meldete ich den Melas Alles umständlich. Es half aber nichts. Er blieb bey seinen Schlendrian, und endlich kam er aus der Riviera, als Bonaparte schon alle Hindernisse überwunden und über Pavia gegen uns, bey AUessandria aufgestellt, angerückt war. Als ich auf meinen Marsch zur Armee bey S. Feliziano anlangte, überreichte mir ein Ordonanzofficier des Melas einen pressanten Befehl nächtlicher weile über Monte Calvo gegen Casale zu marschiren, in grösster Verborgenheit mich halten und wen die französische Division unter Mortier gegen AUessandria vordringen wollte, Alles aufzubieten ihre Vorrückung, wo nicht ganz zu vereiteln, doch möglichst zu erschweren. In diesen