VJESTNIK 5. (ZAGREB, 1903)

Strana - 115

Itinerar des Königs Ludwig I. v Die in der Einleitung zum Itinerar der Könige Stefan V. und Ladislaus IV. (Jahrg. IV. 1902 vorliegender Zeitschrift, S. 211 u. f.) ausgesprochene Ansicht über den Nutzen und über die Nothwendigkeit deraitiger Forschungen wird bei Betrachtung der dies­bezüglichen Verhältnisse späterer Zeitläufe nur noch verstärkt. Schon das die Arpaden­periode unmittelbar ablösende XIV Jahrhundert — namentlich aber die zweite Hälfte der sogenannten Anjou-Periode —- bietet in dieser Beziehung gewaltige Änderungen, Die im Vergleiche zur Arpadenperiode bedeutend intensivere Beständigkeit der Amtsdauer der Reichswürdenträger, ihr massgebenderes Eingreifen in das Rad der geschichtlichen Ereignisse, das regere Hervortreten der Königinen, das bedeutend ein­schneidendere Eingreifen der aus der „ Anjou"-Dynastie stammenden Herrscher in die ausländischen Beziehungen, die verstärkte Zunahme der schriftlichen Verwaltung und Gerichtspflege, verbunden mit so manchen anderen diesbezüglichen Momenten (z. B. genauere Datirung) machen es möglich, dass das Itinerar eines auch nur kurze Zeit regiert habenden Monarchen dieser Periode ein viel ausgedehnteres Bild bietet, als jenes der z. B. genug lange regiert habenden Arpaden Andreas II. und Bela IV. Und dennoch ergreift mich, indem ich nachfolgendes Itinerar der Öffentlichkeit übergebe, ein gewisses Gefühl der Unsicherheit und unbehaglichen Zagens und daran tragen in erster Reihe die Quellen Schuld. Es ist allerdings wahr, dass auch die Ur­kunden der Arpadenperiode noch immer nicht in ihrer vollständigen Vollzahl veröffent­licht sind und dass demzufolge alle auf Grundlage des bisher veröffentlichen Quellen­materials erfolgten, welchen Namen immer tragenden literarischen Erzeugnisse durch Auftauchen irgend einer neuen Urkunde nach mancher Richtung ergänzt und modifizirt werden können; trotzdem ist aber kaum anzunehmen, dass die Anzahl des noch unbe­nutzten Materials z. B. mit Bezug auf die Itinerare der späteren Arpadenperiode ein­schneidende Daten liefern könnte; dass es etwa jemals gelingen werde, ein jeden Monat und jeden Tag erschöpfendes Itinerar Bêlas IV. und seiner Nachfolger bis 1301 zu bieten, ist mit Bestimmtheit in das Reich utopischer Wünsche zu verweisen. Die Periode Karls I., namentlich aber jene seines Sohnes und Nachfolgers Ludwig I. (1342—1382) ist mit den früheren Perioden kaum mehr zu vergleichen. Schon das aus dieser Zeit stammende veröffentlichte Material ist ein so grosses, dass eine kritische Aufarbeitung desselben mit Ausdehnung auf das Itinerar aller jener weltlichen und kirch­lichen Würdenträger, deren Urkunden eine gewisse staatliche Bedeutung in sich bergen, auch gewiegten Forschern eine beschwerliche Arbeit für manche Jahre bietet und selbst dann, wenn der Betreffende mit dieser langwierigen und mühevollen Arbeit fertig wäre, könnte er sich nicht beruhigt der Meinung hingeben, dass er ein in jeder Beziehung genügendes Bild der bearbeiteten Periode geliefert, weil die Masse des noch theils in öffentlichen, theils in Privat-, und vielleicht noch ganz unbekannten Archiven und Sammlungen des In- und Auslandes angehäuften Materials aus dieser Periode eine un geheure ist. Da unsere Generation in absehbarer Zeit noch nicht in der erfreulichen Lage sein wird, dieses bisher unveröffentlichte Material benützen zu können, ist es jedoch Pflicht

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