VJESNIK 11. (ZAGREB, 1945.)

Strana - 92

92 VIESTNIK HRVATSKOG DRŽAVNOG ARHIVA den. In einigen dieser Urkunden wird Baran oder Baranus, Kanonikus, Dekan und Archidiakon des zagreber Domkapitels, als Beschenkter oder als Besitzer von Grund und Boden erwähnt. Er ist das erste dem Namen nach bekannte Mitglied des genannten Kapitels. Der Verfasser versucht auf Grund einiger der erwähnten Urkunden und anderer zeitgenössischen Quellen eine Ubersicht des bedeutenden Grundbesitzes Barans zu gewinnen. Der Hauptteil dieser ausgedehnten Besitzungen lag in der nächsten Umgebung von Zagreb und erstreckte sich von dieser Stadt ostwärts bis zur Ortschaft Sesvete. und von der Hauptstrasse Z^greb-Sesvete. gegen Süden bis zur Save. Der Verfasser hat sich zur Aufgabe gemacht, die Besitztümer Barans nach den urkundlichen Daten zu ubizieren. Anknüpfend an die diesbezügli­chen Arbeiten der kroatischen Historiker Klaić, Tkalčić, Ivančan u. a., deren Ergeb­nisse teils verwertet teils berichtigt werden, gelangt der Verfasser zu folgenden Schlüssen. 1. Die Besitzung Barans, die in der Urkunde vom J. 1201 als »terra cuius­dam hominis, qui uoeäbatur Jerosa« bezeichnet wird, identifiziert Klaić mit dem Gehöft Borongaj, das sich heute im Weichbild der Stadt Zagreb befindet, während Tkalčić sie der Ortschaft Jarün im westlich an die Stadt Zagreb angrenzenden Gelände gleichsetzt. Beide Ansichten sind nicht mit den urkundlich bezeugten Mar­kungen der Besitzung in Einklang zu bringen. Denselben entspricht am besten Ćuks Lösung, der diesen Grundbesitz in die Gegend nächst Sv. Ivan Zelina versetzt. 2. Die .»uilla ecclesie, quam tenuit Baranus decanus« (1201) ist schwer zu ermitteln, da nähere urkundliche Angaben fehlen. Mutmasslich könnte diese Besitzung dem Dorfe Biškupec nächst dem Wallfahrtsort Remete'im Bergland nördlich von Zagreb gleichgesetzt werden. 3. Die »terra Caiani castrensis« lag nach Klaićs Ansicht in der Umgebung von Sv. Ivan Zelina, jedoch sprechen dagegen verschiedene Beden­ken, die den Verfasser bestimmen,, diese Besitzung in der Nähe des Dorfes Resnička Trnava (südöstlich von Zagreb) zu suchen. 4. Die »predia Prezeka circa Zawam quondam Barani« sind mit dem heutigen Dorfe Preseka an der Save (Gemeinde Obörovo, Bezirk Dugoselo) gleichbedeutend. In seiner nächsten Umgebung gegen Norden liegt heute die Ortschaft Rugvica. Zu Barans Zeiten gehörte das Besitztum Horonguiza der adligen Familie des »comes Vratizlaus«. Ivančan lehnt die Identi­fizierung der Horonguiza Vratislav's mit der erwähnten heutigen Ortschaft Rugvica entschieden ab und verlegt sie in die Gegend von Samobor. Der Verfasser vertritt die entgegengesetzte Meinung und führt viele Beweise an für seine Auffassung, wonach Vratislavs Horonguiza mit der heutigen Ortschaft Rugvica identisch ist. 5. Die Besitzung »terra fratrum Cehna èt Weretk« ist dank den deutlicheren Anga­ben der Urkunden einwandfrei festgestellt. 6.—7. Aus späteren Urkunden, in denen dem zagreber Dom sein gesamter Grundbesitz bestätigt wird, werden noch einige weitere Besitzungen Barans ermittelt und ihre Lage festgesetzt. 8. Uber die Be Sitzung Borongaj, in deren Namen nach der Uberlieferung das Andenken Barans bis heute weiterlebt, sind keine urkundliche Daten erhalten.

Next

/
Oldalképek
Tartalom