ARHIVSKI VJESNIK 40. (ZAGREB, 1997.)
Strana - 109
N. Brübach, Archivarsausbildung an der Archivschule Marburg, Arh. vjesn., god. 40(1997) str. 105-110 Behörde und im zweiten Archiv innerhalb der ersten acht Monate absolviert. Daran schließt sich ein Jahr mit Ausbildungsveranstaltungen in Marburg an. Die zweite praktische Phase, die Transpherphase, wird durch das vierwöchige Praktikum am Bundesarchiv eingeleitet, danach werden die Referendare in Projekten mitarbeiten, die von Marburg aus koordiniert werden. Die Mitarbeit in drei verschiedenen Archivtypen ist also von vorneherein Pflichtprogramm. Dies unterstreicht einmal mehr das Ziel der Archivschule Marburg, "professionelle Generalisten" in ihrem Berufsfeld auszubilden und betont den Praxisbezug der Ausbildung. In der Ausbildung zum gehobenen Archivdienst beträgt der Anteil der praktischen Ausbildung schon seit einiger Zeit ein Jahr. Einblicke in die praktische Arbeit anderer Archivtypen als die der ausbildenden Staatsarchive gewähren beispielsweise in Nordrhein-Westfalen die sog. "Informatorien", in Baden-Württemberg absolvieren die Studierenden nach Abschluß des Marburger Hauptstudiums ein Praktikum in einem Archiv anderen Typs. Auch die theoretische Ausbildungsphase in Marburg selbst wird in beiden Laufbahnen durch teilweise mehrwöchige Erschließungsübungen ergänzt. Die dazu verwendeten Bestände kommen keinesfalls nur aus staatlichen Archiven. Die drei letzten Referendarlehrgänge bearbeiteten z.B. Bestände aus Kirchenarchiven. Die Lehrgänge des gehobenen Dienstes erarbeiten zudem im Fach Öffentlichkeitsarbeit seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Staatsarchiv Marburg eine Ausstellung. Die Ausbildungsveranstaltungen im Marburg umfassen in beiden Ausbildungsgängen achtzehn Monate. Sie haben bei den Referendarkursen die folgenden vier Schwerpunkte: - die archivwissenschaftlichen Fächer, - den Bereich der historischen Hilfswissenschaften des Mittelalters und der Neuzeit, - geschichtswissenschaftliche Fächer, die die im Studium erworbenen Kenntnisse unter Berücksichtigung der Erfordernisse der archivarischen Berufspraxis vertiefen und ergänzen sollen, - Rechts- und Verwaltungswissenschaften. Auch in der Ausbildung des gehobenen Dienstes gibt es vier Fächerschwerpunkte. Lehrveranstaltungen aus dem Bereich Rechts- und Verwaltungswissenschaften können mit Ausnahme des Archivrechts eine geringere Berücksichtigung finden, da sie während des Studienabschnitts an den Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung der Länder und des Bundes behandelt werden. Hier gibt es übrigens konkrete Ansätze zu einer auf die Erfordernisse des Archivarsberufes zugeschnittenen Stu109