ARHIVSKI VJESNIK 36. (ZAGREB, 1993.)

Strana - 137

F. H. Hye, Zur Geschichte des Staatswappens von Kroatien. Arh. vjesn., god. 36 (1993) str. 131-147 (1439-1457). 23 Auch Matthias Corvinus kennt neben den zwei ungarischen nur das Wappen von Dalmatien sowie ein Wappen für Slavonien, - und dies auch offiziell in seinen Siegeln. 24 Das Wappen von Bosnien hingegen, wel­ches laut nationaler Überlieferung auf den serbischen Kaiser Stephan Du­schan (1336-1356) zurückgehen soll und sowohl in der Konstanzer Konzils­Chronik von 1414-1418 als auch in einem Wappenbuch des Klosters Fojnica enthalten ist, 25 begegnet im Verband des königlich ungarischen Wappens hingegen erstmals erst unter König Wladislaw II. Jagiello. Konkret ließ Wla­dislaw II. im Jahre 1493 in den St. Veitsdom in Prag rechts vorne im Pres­byterium ein königliches Oratorium einbauen, dessen Balustrade mit den Wappen der von Wladislaw II. regierten Länder geziert ist. Das dortige Wappenprogramm zeigt neben den zentralen Wappen von Ungarn und Böh­men links die Wappenschilde von Dalmatien, Oberlausitz, Bosnien und Po­len und rechts die Wappen von Mähren, Luxemburg, Schlesien und der Niederlausitz. 26 Das Wappen von Kroatien hingegen ist weder hier noch im mittleren oder großen Siegel König Wladislaws II. enthalten, und dies offenbar des­halb, weil es um 1493 noch kein Wappen für Kroatien gegeben hat. 27 Wen Marijan Grakalić hingegen das Wappen von Kroatien bereits auf einem Grabstein von 1491 in der Kathedrale von Senj angetroffen haben will, so ist dies dahingehend zu korrigieren, daß es sich dabei um den Wap­pengrabstein eines Mitgliedes einer Familie Petrović bzw. bei dem dort in Relief, jedoch ohne Farben dargestellten Wappen um das Familienwappen der genannten Familie handelt, welches zwar ebenso wie einige Jahre später das Wappen von Kroatien ein Schachbrettmuster zeigt, jedoch keinerlei Be­ziehung zu einem König von Kroatien oder zu einem entsprechenden köni­glichen Amte erkennen läßt. 28 Es ist daher absolut unrealistisch und haltlos, dieses Wappen eines Mitgliedes der Familie Petrović allein wegen des Schachbrettmusters, welches relativ häufig als Wappenbild von Familien­23 Karl von Sava, Die Siegel der österreichischen Regenten. V. Abteilung. In: Mit­theilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkma­le, Jg. 14, Wien 1869, S. 193-196. 24 Katalog der Ausstellung »Matthias Corvinus«. Schallaburg 1982, besonders S. 212­214, Katalog - Nr. 95 und 96. 25 Johann Roskiewicz, Studien über Bosnien und die Herzegovina. Leipzig 1868, S. 119. Die dortige Datierung dieses Wappenbuches zum Jahre 1443 ist aus stilistischen Grün­den entschieden abzulehnen. 26 Jiri Burian, Der Veitsdom auf der Prager Burg. Bayreuth 1979, S. XXV, Abbil­dung 35. 27 Vergleiche dazu das Siegel Wladislaws II. an der Urkunde für die Stadt Zagreb von 1493 (Katalog der Ausstellung »Zlatna Bula 1242-1992« im Stadtmuseum Zagreb, S. 48, Nr. 17/20 sowie die Abbildung auf S. 50. Originalurkunde im Stadtarchiv Zagreb). Das große Siegel Wladislaws II. hängt am Original-Wappenbrief für Slavonien von 1496, Kroa­tisches Staatsarchiv in Zagreb. 28 Marijan Grakalić, Hrvatski Grb. Zagreb 1990, dritte Abbildung nach S. 16 und S. 36. 137

Next

/
Oldalképek
Tartalom