ARHIVSKI VJESNIK 1. (ZAGREB, 1958.)

Strana - 337

ratističke jugoslavenske tendencije. Kulmer se žali na neodlučnost vlasti prema bun­tovnicima te upozorava na njihovu agitaciju u Granici, Bosni i Hercegovini. Deine Schreiben von Ketskemét und Czegléd habe ich richtig erhalten 1 . Beide erhalten leider nichts tröstliches. Ich habe den gehörigen Gebrauch davon gemacht. Hammerstein 2 hat den Befehl bekommen, alle in Gallicien entbehrlichen Truppen zusammenzuraffen, und damit unter seinem Befehle die Armee in Ungarn zu unterstützen. Die letzen Ereignisse besonders die Einnahme Hermanstadts durch Bern 3 hat diesen Beschluss zur Reife ge­bracht. Dieses Ereigniss macht grosse Sensation in Wien. Ich glaube, dass nun die Russen auch ungerujen zahlreicher erscheinen werden um diese Scharte auszuwetzen. Wenn die Operationen in Ungarn so scopa dissoluta et male combinata et male exécuta bleiben werden, wie bisher, so ist trotzt aller Hilfe nicht viel Gutes zu erwarten. Es ist doch schrecklich so viel Zeit, so viel schöne Kräfte, so erfolglos zu versplittern. Dies sieht man allgemein ein. Man spricht sich offen darüber aus, und weiss nicht wie abzuhelfen. Die Nachricht, dass du ein bedeutendes Comando übernommen, hat allgemeine Freude erzeugt und dir Hoffnungen wieder belebt. Aus deinen letzten Schrei­ben ersehe ich aber leider, dass man dir die Truppen wieder nimmt, und dich in deiner alten Stellung lassen will. Soll man dies feindseligen neidischen Intriguen oder irgend einer andern Ursache zuschreiben? Das weiss ich nicht, so viel ist aber gewiss, dass man ebenso unklug als ungeschicht handelt, dich so unbenutzt zu lassen. Ich finde es .begreiflich, dass du bei diesen Verhält­nissen auf den Gedanken kommst lieber nach Croatien zu gehen, als diese Stellung dir noch länger gefallen zu lassen 4 . Ob aber deine Entfernung eben jetzt bei der Armee nicht eine grosse Misstimmung erzeugen und auf die Operationen nachteiligeinwirken würde? Kann ich nicht beurteilen, ist aber sehr zu berücksichtigen. Wäre dies nicht der Fall und bist du auch bereit deiner Neigung zur Armee und zum Kriege für einige Zeit zu entsagen, so glaube ich, dass deine Rückkehr nach Croatien umsomehr angezeigt erscheint, als die Verhältnisse in Croatien durch die ganz offenen ungehinderten Wühle­reien unserer Stekliši eine so ernste und gefährliche Wendung genommen haben, dass man ohne ein Schwartzseher zu sein, das Schlimmste für unser Vaterland mit Recht und Grund besorgen kann. Auf jeden Fall glaube ich. bevor du diesen Schritt thuest, sollst du eine offene Sprache mit Windisch­grätz führen. Hier ist man ganz für dich gestimmt und hat durch deine Beförderung zum Feldzeugmeister gehofft deine Stellung günstiger zu ma­chet. Leider hat man sich dem Windischgrätz gegenüber die Hände gebun­den. Ich habe schon vor längeren Zeit gesagt, dass neben einen Kaiser der selbst regieren will und neben einem verantwortlichen Ministerium ein solcher alter Ego wie der Fürst ist, eine unhaltbare und zu den nachteilig­sten Missverständnissen unausweichlich führende Stellug is,t. Wir fühlen dies täglich mehr und selbst Kübeck der zur Erleichterung des Einverständ­nissen zwischen dem Ministerium und dem Fürsten nach Ofen vom Kaiser geschickt würde, wird bei den obwaltenden Umständen nicht viel leisten und ausrichten können 6 .Ungarn ist für jetzt unser wichtigster und wundester Flecken und wenn selbst die Kriegsoperationen einen ganz günstigen Fortgang hätten, welche Masse von Schwierigkeiten wird in den politischen Angelegen­heiten und Nationalitätsfragen des Landes bei dem Umstand noch zu über­winden sein,, als man jetzt ganz planlos zu Werk geht, die widersinnigsten Verfügungen trifft, die Stellen meist mit verdächtigen Leuten besetzt und den magyarischen Tendenzen überall wieder die Spalten öffnet. Ich hoffe, dass die brillanten und schnellen Fortschritte Radeczky's in Italien auf unsere Armee in Ungarn einen ebenso günstigen Eindruck machen, als sie auf die Rebellen niederschlagend einwirken werden. — 337 —

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