K. K. Zentral-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 6. (Wien, 1907)
Johann v. Diviš-Čistecky: Stadtarchive in Ostböhmen
76 Johann von Diviüs - Öisteoky tovni (Grundbücher) u. a. Bücher, welche im Laufe der Zeit vom Anfang des 16. Jahrhunderts bis 1850 angelegt wurden. Zur weiteren Aufbewahrung wurden im städtischen Gemeindeamte zurückbehalten: Einige Urkunden aus dem ehemaligen bischöflichen Archive zu Leitomischl. Diese sind auf Pergament geschrieben, mit angehängten, beachtenswerten Siegeln versehen und zumeist gut erhalten. Urkunden der Könige (Majestätsbriefe) und Herrschaftsbesitzer, durch welche der Stadtgemeinde verschiedene Privilegien, Rechte und Freiheiten erteilt wurden, endlich Alte Stadtbücher vom 14. bis ins 16. Jahrhundert, sowie einige Urkunden aus dem ehemaligen städtischen Archive. In einem im Jahre 1853 verfaßten Inventar werden 124 Nummern angeführt, auf Grund eines anderen, im Jahre 1883 zusammengestellten Inventares waren 147 Archivalien als vorhanden verzeichnet1). Gegenwärtig befinden sich das Stadtarchiv und die Sammlungen des städtischen Museums in dem Gebäude der ehemaligen Realschule. Als freiwilliger Kustos fungiert Herr Guido Simek, Kaufmann zu Leitomischl. Es folgen nun in chronologischer Ordnung die einzelnen Urkunden mit kurzen Regesten und mit Signaturen des Inventars vom Jahre 1883 bezeichnet. 1263 März 25, Königgrätz. König Premysl Ottokar II. erteilt der Kirche, dem Abte und den Klosterbrüdern verschiedene Privilegien, der Stadt selbst aber dieselben Rechte und Freiheiten, wie solche andere königlich böhmische Städte genießen. Das an einer schwarzroten Seidenschnur angehängte im weißen Wachs eingedrückte große Siegel (Reitersiegel) des Königs ist leider teilweise beschädigt. (Sig. 1.) 1305, Bordeaux. Papst Klemens V. bestätigt dem Abte sowie dem Marienkloster der Praemonstratenser in Leito- *) *) Der gewesene Professor in Leitomischl, Herr Josef S t é p an e k, veröffentlichte im Jahre 1889 in dem Jahresberichte des dortigen Gymnasiums eine böhmische Studie über das Stadtarchiv, auf die wir aufmerksam maehen und die wir benützen.