K. K. Zentral-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 6. (Wien, 1907)
Johann v. Diviš-Čistecky: Stadtarchive in Ostböhmen
Stadtarchive in Ostböhmen. Von Johann von Divis - öistecky. Das Stadtarchiv zu Leitomischl. Der um die Geschichte der Stadt Leitomischl verdiente Stadtrat Franz Jelinek (1783—1856) war als Dilettant durch 25 Jahre damit beschäftigt, die auf Leitomischl bezüglichen Geschichtsquellen aufzusuchen, zu sammeln, zu prüfen, zu ordnen und — wenn nicht in Originalen erhältlich — abzuschreiben und die Kopien dem Stadtarchive einzuverleiben. Seine in den Jahren 1838—1845 mit namhaften Opfern in Leitomischl veröffentlichte dreibändige „Historie mésta Litomysde“ ist auf emsigen archivalischen Studien begründet und Palacky (teilweise auch Boczek) haben seine Sammlung von Urkunden benützt und gerühmt. Nach dem Tode Jelineks wurden die von ihm gesammelten Abschriften von Urkunden, auch seine Bücher und Manuskripte von dem Augustinerkloster zu Alt-Brünn käuflich erworben1). Im Jahre 1850, als die k. k. Kreisämter und Gerichte an Stelle der alten Patrimonialämter eingeführt wurden, sind von der Stadt an das k. k. Grundbuchsamt folgende Bücher abgeliefert worden: Knihy zápisű (Libri inscript.), knihy ksaftovni (Testainentbücher), knihy sirotéí (Waisenbücher), Smlouvy svatebni (Heiratskontr.), Knihy purkrechtni — grunl) Hier sei auf die streng wissenschaftliche Publikation Dr. Zdenko Nejedly’s hingewiesen: „DSjiny mßsta Litomysle a okoli“ 1. Teil 1903, der die Geschichte und alte Topographie von Leitomischl und Umgebung behandelt.