K. K. Zentral-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 6. (Wien, 1907)
P. Sebastian Mayr: Das Archiv des ehemaligen Kollegiatstiftes Spital am Pyhrn in Oberösterreich
68 Sebastian Mayr der Hofgerichtsregistratur erhellt aus den bezeichnenden Gruppenbenennungen: 1. In Criminali, 2. in Camerali, 3. in Commerciali, 4. in Publicis, 5. Steurae, 6. in Militari, 7. Causae piae, 8. in Jurisdictionali. Die hiehergehörigen Amtsbücher, wie Brief- und Inventursprotokolle, Klagbücher, Strafprotokolle u. dergl. wurden in die Ordnung nicht einhezogen. Das Archiv von Klaus, das, da die älteren Bestände dem Propsteiarchiv einverleibt wurden, der Hauptsache nach eine Pflegamtsregistratur ist, erfuhr eine ähnliche sachliche Gliederung wie die Hofgerichtsregistratur. Für das rein Äußerliche der Ordnung waren die bereits vorhandenen Archiveinrichtungsstücke, 6 Schränke, mit 207 Schubladen, maßgebend. Trauner bezeichnete die Schränke, die er Cistae nannte, mit den ersten sechs Großbuchstaben des lateinischen Alphabetes, A—F; die Laden aber wurden mit arabischen Ziffern von 1—207 fortlaufend numeriert. Nachdem das gesamte Materiale in Hauptgruppen und sachliche Untergruppen zerlegt worden war, wurden sämtliche Stücke einer Untergruppe chronologisch geordnet, fortlaufend numeriert und in handsame Faszikel (Puschen) zerlegt, die mit Papierumschlägen versehen wurden. Auf diesen Umschlägen wurde die Signatur angebracht: Ein oder ein paar Schlagworte bezeichneten die Sachgruppe, ein lateinischer Großbuchstabe den Schrank (Cista), eine arabische Zahl die Lade, eine römische Ziffer die Faszikelnummer der Sachgruppe; endlich wurden die Jahreszahlen und die Nummern der inliegenden Stücke angegeben, z. B. „Bambergische und Wolfsbergische Korrespondenz, Nr. 40—71, 1629—1728, Cista A, Lade 86, Fasz. XV“. Die so ausgestatteten Faszikel wurden mit Spagat gebunden und in die entsprechenden Laden eingelegt. Das bisher über die äußere Ordnung Gesagte gilt jedoch nur von der ersten Hauptgruppe, dem Propsteiarchive, das die wichtigsten Bestände enthielt, da darin die ganze Entwicklungsgeschichte des geistlichen Hauses niedergelegt ist, und das daher auch besonders eingehend und sorg-