K. K. Zentral-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 6. (Wien, 1907)
P. Sebastian Mayr: Das Archiv des ehemaligen Kollegiatstiftes Spital am Pyhrn in Oberösterreich
Das Archiv des ehemaligen Kollegiatstiftes Spital eto. 69 fähig bearbeitet wurde. Die Bestände der beiden anderen Hauptgruppen wurden nicht in Faszikel zerlegt, sondern jedes einzelne Stück, oder auch mehrere einen Gegenstand betreffende Stücke wurden in Oktavform gefaltet und mit einem Umschlag versehen, auf dem die Jahreszahl, das orientierende Schlagwort, ein kurzes Regest, endlich Laden- und Stücknummer angebracht wurde. Da die sechs Schränke des Archivsaales für das Propsteiarchiv allein kaum genügend Raum boten, so wurden die Bestände der zwei anderen Hauptgruppen im Bureau des Hofgerichtes, wahrscheinlich im sogenannten Verhörzimmer, untergebracht. Da in der Folge die Bureauräume öfter gewechselt wurden, räumte man die Schränke wiederholt aus, was nicht nur eine vollständige Auflösung der von Trauner hergestellten Ordnung zur Folge hatte, sondern auch den Verlust eines großen Teiles der Bestände verursachte. Trauner verfaßte für jede Gruppe eine mit dem Ordnungsschema korrespondierende Beschreibung und legte überdies sorgfältig gearbeitete alphabetische Sach- und Namenregister an, wovon leider nur mehr die Beschreibung der ersten Hauptgruppe, des Propsteiarchives, vollständig erhalten ist. Wie schon angedeutet wurde, sind heute die Archivalien nicht mehr in ihrer ursprünglichen Vollständigkeit vorhanden. Aus einer Urkunde vom 3. Februar 1513, die in einer vidimierten Abschrift vorhanden ist, geht hervor, daß um das Jahr 1500 zahlreiche Urkunden ein Raub der Flammen wurden. Aber auch die von Trauner geordneten Bestände haben durch die Ungunst der Zeiten bedauerliche Einbuße erlitten. Noch vor dem Jahre 1820 wurden die Archivbestände einer Revision unterzogen, und schon damals bezeichnete der unbekannte Revisor den Inhalt der sieben ersten Laden, die das Materiale zur ältesten Geschichte des Stiftes enthielten, so wie zahlreiche Urkunden der folgenden Partien als abgängig. Über das Schicksal dieser Abgänge hat sich im Archive keinerlei Aufzeichnung gefunden. Czerny berichtet in den Mitteilungen der k. k. Zentral-