K. K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 4. (Wien, Leipzig 1899)

A. Czerny: Das neue Landes-Archiv in Linz und seine Ausgestaltung in der Zukunft

98 A. Czerny Winde zersplittert: im Staats - Archiv in Wien, im bischöf­lichen Archiv in Linz, im Statthalterei-Archiv daselbst, im alten Klosterraths - Archiv in Wien, das meiste im Kloster Wilhering 1). Das am Innstrom gelegene alte Augustiner-Chorherren- Stift Suben besaß einst viele Urkunden, welche vom Probst Ildefons im Jahre 1767 nach München zum Abdruck in den Monumenta Boica geschickt wurden. Seither ist nichts mehr von ihnen ruchbar geworden. Das ober-österreichische Urkunden-Buch war genöthigt, sich mit dem Abdruck aus den Monumenta Boica und aus der Metropolis Salisburgensis von Hundt zu begnügen. Ebenso wenig weiß man, wohin die Kloster- und Herrschafts - Acten dieses Hauses gelangt sind. Das Archiv, der Kirchenschatz, die Pretiosen und ein Theil der Bibliothek wurden in 62 Kisten verpackt im Auf­trag der Aufhebungs - Commission anno 1784 nach Linz gebracht2). Was weiter damit geschehen, ist unbekannt. Über ein zweites Stift regulirter Chorherren des heiligen Augustin im Innkreis, Ranshofen bei Braunau, hat Napoleon im Jahre 1810 die Aufhebung verhängt, Bayern dieselbe 1811 vollends durchgeführt. Das Stifts - Archiv war schon 1687 wohl geordnet* * * * 8). Jetzt kamen zahlreiche Urkunden und Schriftstücke theils in das bayerische Reichs - Archiv, theils in die königliche Bibliothek in München. Aber auch im Pfarrhof zu Ranshofen blieben viele Bücher und hand­schriftliche Werke von bedeutendem Werthe zurück, welch’ letztere der Chorherr Pritz in seiner Geschichte von Rans­hofen benützen konnte. Gar manches Stück haben Private und Antiquare in München und Salzburg erbeutet. Das Antiquarium Ranshofianum des Stifts-Dechants Hieronymus Maier (gest. 1665), das ist eine Chronik von den ältesten ') Siehe Otto Schmid, Gesch. d. Klosters Engelszell in d. Studien und Mittheil, aus d. Benedict.-Orden. Jahrg. V. S. 116. Anm. 2) Meindl, Schicksale des Stiftes Eeichersberg seit 1770. Passau 1873. S. 45. 8) Pritz, Gesch. v. Hanshofen. Wien 1857. S. 98.

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