K. K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 2. (Wien, Leipzig 1894)
Mitgetheilt von Dr. Karl Lechner: Die fürst-erzbischöfliche Bibliothek zu Kremsier
Bibliothek zu Kremsier. 237 quarischen Katalogs sollen liturgische Bücher dieses Alters in Deutschland nicht erhalten sein. Cardinal Fürstenberg ließ die Handschrift in Wien auf ihre Echtheit prüfen, ehevor er sie um den Preis von 1000 fl. erstand. Es ist dies die seltenste Handschrift der Bibliothek. Bandnumer 15701. Von böhmischen Handschriften sind vorhanden: 121. Zalmy s kancionálem vyznáni bratrskeho in 4°, 17. Jhrh., Sign. 0. IV. 6. Enthält auf 122 Blättern 150 Psalmen und von fol. 124—183 das Cancionale. Dudik 60. 122. Eusebia historya cirkevni in 4°, 16. Jhrh., Sign. O. III, 26, Dudik 61. Am Schlüsse: Pfectena w Zeravicych a doőtena 1585 w stredu pfed dewitnikem. M. K. Die Deckelpressung zeigt Judith, den Holofernes enthauptend, mit den gleichen Buchstaben M. K. Das Buch dürfte daher wohl dem 1602 zu Zeravic zum Brüder-Senior gewählten Matthaeus Koneczny gehört haben. 123. Cod. membr. in fol saec. XV. Bandnummer 15923, 500 Blätter: Biblia öeská. Auf der Rückseite des 1. Blattes sind in 7 kreisrunden Bildern die Schöpfungstage dargestellt; einzelne schadhafte Stellen sind durch überklebte Pergament-Streifen, über welche der bezügliche Text geschrieben wurde, wieder hergestellt. Uber den zweitheilig beschriebenen Blättern wird stets das entsprechende Buch der Bibel genannt. Außer vielen schönen Initialen finden sich auch Portrait - Darstellungen; so folio 115 das Portrait König Wenzel IV., fol. 367' das Kaiser Karl IV. oder Sigismund's. Auf fol. 392' nennt sich Schreiber: Ale tato reö tecT bude skonanaskrze ruce Duchka z Mnissku | Diese Handschrift aber wurde vollendet durch die Hand des Duchek von Mnisek1)]; fol. 496 die Notiz: *) *) Mnisek liegt zwischen Prag und Pribram.